Oder: Wie lebt man ein Leben von Wert?Authentic living

Es gibt eine geistige Verfassung, die bewusst oder unbewusst von allen Menschen angestrebt und die doch nur von den wenigsten jemals erlangt wird. Es ist dieser feste unbezwingbare Friede, der aus dem Innersten des Menschen kommt, diesem unüberwindbaren Kern, den jeder Menschen besitzt, den jedoch die wenigsten Menschen kennen – gerade in unserer Zeit. Alle Arten von Ablenkungen, unerfüllten Leben, Krankheiten der Zeit, Depressionen, ein tiefes grundlegendes Lebensgefühl der Unzufriedenheit, die alle typische „Merkmale“ der Moderne und moderner Menschen sind, haben ihren Ursprung darin, diesen Kern nicht zu kennen.

Philosophen, Psychologen und Sozialwissenschaftler im Allgemeinen studieren solche Phänomene und haben allerhand Erklärungen für sie parat. Ganze Bibliotheken, Tonnen an beschriebenem und bedrucktem Papier werden produziert, doch am Ende bleibt nur recht wenig praktisch Verwertbares für das (reale) Leben übrig. Kaum einmal findet man etwas, das einen direkten Wert für die praktische Lebensführung hätte. Es ist ein Kennzeichen der großen Wahrheiten aller Zeiten, dass sie in einfache Worte gefasst werden können und doch dabei nicht das Geringste von ihrer Substanz verlieren. Aber dazu bedarf es der Demut diese Wahrheiten nicht gering zu schätzen oder zu verwerfen, aufgrund ihrer Simplizität. Wenn Sie nach künstlicher Komplexität suchen, wenn Sie glauben dass die Dinge der Welt schwer zu verstehen sein müssten und die Wahrheit etwas komplex sein müsse, etwas Anbetungswürdiges, gleich einem Idol das man auf ein Podest setzt, dann verbringen Sie Ihre Zeit besser als Bücherwurm und verschwenden Ihre wertvolle Lebenszeit lieber an ein „akademisches“ Ego. Doch für alle Pragmatiker, für alle Klugen, die an die Tat glauben und nicht von Worten und Sophisterei irregeleitet sind, sind die folgenden Zeilen verfasst.

Hier ist die ganze Wahrheit! Am Ende konzentriert sich alles auf sieben „Säulen“, sieben bestimmende Faktoren, die ein authentisches, ein wertvoll gelebtes Leben ausmachen. Entblößt all des Geschwätzes bleiben nur diese Einflüsse übrig und es ist mir eine Ehre diese nun hier mit Ihnen zu teilen:

 

  • FOKUS – DIE KRAFT DER KONZENTRATION

Sie müssen Ihre Energie konzentrieren, die ganze Kraft des Geistes auf jenen Gegenstand lenken, den der jeweilige Augenblick erfordert! Sie müssen dazu im „Hier und Jetzt“ leben, wenn Sie so wollen, um vollständig mit der Realität verbunden zu sein. Bloßes Nachdenken über eine Sache genügt nicht, denn dabei bleibt man von ihr getrennt – die Distanz bleibt bestehen und verhindert ein vollständiges Verstehen. Nur wenn man in den Gegenstand seiner Betrachtung vollständig eintaucht, wenn man „in medias res“ geht, und zwar mit seinem ganzen Wesen, wir man das wahre Wesen, den Kern einer Sache begreifen. Dazu braucht man seine Affekte, man muss unbedingt emotional involviert sein, um zu verstehen. Wie der holländische Philosoph des 17. Jahrhunderts Baruch Spinoza erkannte, ist nur eine affektive Einsicht auch eine effektive, eine wahre Einsicht. Wenn man eine Sache nicht „fühlen“ kann, hat man sie niemals vollständig erfasst. Wenn man sie jedoch „gefühlt“ hat, dann wird man sich an sie ein Leben lang erinnern. Nur so erhält man eine richtige Ausbildung. Ich bin überzeugt, hier liegt eines der großen Probleme des öffentlichen Schulsystems in unserer Zeit. Schüler und Studenten lernen die meisten Dinge auf einer rein abstrakten Ebene, die jedoch keinen Bezug zu ihrer Lebensrealität haben. Deshalb werden diese auch schnell wieder vergessen, sobald ein Test bestanden wurde. Die modernen Neurowissenschaften belegen, dass Spinozas Erkenntnis zutreffend ist – es braucht (starke) Emotionen um die nötigen neuronalen Bahnen in der Gehirnstruktur anzulegen, ebenso wie häufiges Wiederholen: Wiederholungen, so langweilige sie auch sein mögen, sind eine sehr gute Sache, wenn man die Funktionalität des Gehirns betrachtet.

 

  • WILLENSKRAFT – MUT UND DIE FÄHIGKEIT KONFLIKTE UND STRESS AUSZUHALTEN

Kein Leben kann langfristig als „gut gelebt“ bezeichnet werden, wenn ihm der Mut abgeht. Die Fähigkeit sich Konflikten zu stellen, anstatt vor diesen davonzulaufen oder sie zu verdrängen, ist eine unumgängliche Notwendigkeit für einen reifen Menschen. Konflikte und Stress bedeuten ein großes Ausmaß an Spannungen, an Reibung aller Art. Dadurch, dass man Konflikte vermeidet, flachen die Gefühle ab, das Leben verliert seine „Würze“ und die schillernden Farben des Lebens verwandelt sich in ein tristes Grau, das alle Schönheit und alles Fühlen auf ein Minimum dämpft. Ohne Zweifel reduziert man dadurch auch den Schmerz; doch um welchen Preis? Man verliert dadurch seine Lebensfreude – dieser Preis ist entschieden zu hoch. Freude und Leid sind normale Bestandteile des Leben, Schmerz ist dabei kein „Fehler“, sondern integraler Teil der Wirklichkeit eines menschlichen Lebens. Wer verzweifelt versucht Schmerz zu beseitigen, der beseitigt dabei gleichzeitig auch die Freude. Konflikte sind eine Quelle des Wachstums und des Staunens, sie sind wertvolle Werkzeuge, um sein „Schwert“ zu schärfen, den Charakter zu festigen und zu entwickeln. Vermeiden Sie nicht diese großartige Chance – Begrüßen sie Konflikte und seines Sie dankbar für die Schläge des Lebens, denn diese zeigen Ihre Lebendigkeit, ihre Bedeutung auf; Wie das alte Sprichwort sagt: „Einen toten Hund schlägt man nicht.“

Ein anderer Punkt, der hier angesprochen werden muss, ist jener der Polarität. Heiß-kalt, schnell-langsam, gut-schlecht etc. erzeugen eine Spannung, die von den meisten Menschen nicht als angenehm empfunden wird. Lernen Sie es diese Spannung auszuhalten! Das beste praktische „Boot-Camp“ diesbezüglich besteht hier in der Beziehung zum anderen Geschlecht. Männer und Frauen sind völlig unterschiedlich. Hören Sie nicht auf den Unsinn der „politischen Korrektheit“, dem Gerede von „Gleichheit“ und dergleichen – es ist nichts anderes als ein Haufen von Lügen, um uns dazu zu bringen in einer Scheinwelt zu leben, der Realität den Rücken zu kehren und manipulierbar zu werden! Die Gleichheit zwischen Männern und Frauen besteht in der rechtlichen Gleichheit und der Gleichheit an Würde; Männer und Frauen sind jedoch nicht gleichartig! Gleichheit darf niemals mit Gleichartigkeit verwechselt werden. Gleichheit ist hier etwas Rechtliches, nicht etwas Faktisches. Faktisch sind die Geschlechter völlig unterschiedlich. Man muss es als Mann aushalten, dass die Frau eine Fremde ist, eine „Außerirdische“, ebenso müssen Frauen es aushalten, dass sie ihre Männer nicht verstehen, dass diese für sie Fremde sind, gleichsam „Außerirdische“. Doch gerade durch diese Polarität kann Liebe entstehen, sind gute Beziehungen möglich. „Vive la différence“, wie die Franzosen sage.

 

  • DIE FÄHIGKEIT SICH VON DER WELT TIEF ERGREIFEN ZU LASSEN

Das Leben und die Welt besteht nicht nur aus Sonnenschein und Regenbögen – oft ist es ein schmutziger und gemeiner Ort. Wir wären sehr naiv, wenn wir die kindliche Vorstellung aufrecht behielten die Welt wäre auf unserer Seite und würde unsere Interessen unterstützen. Auf der anderen Seite würden wir der Realität aber auch nicht gerecht werden, wenn wir die Welt für eine Schlangengrube hielten, in der jeder jeden bekämpfte und seinen Vorteil auf Kosten anderer suchte. In Wahrheit sind Menschen zwar garstig und gemein zu einander, sie sind aber auch nett und gut zu ihresgleichen und es sind mannigfaltige Faktoren, die zu der einen oder anderen Verhaltensweise führen. Trotz all der Gefahren müssen wir, wenn wir ein authentisches Leben führen wollen, uns tief auf das Leben einlassen, um es vollständig zu erfassen, auch wenn wir dabei schwer verwundet werden können. Angst schafft eine Distanz zwischen uns und der Welt und stiehlt uns dabei zudem noch einen großen Teil unserer Lebensenergie. Zahlen Sie niemals diesen Preis! Lassen Sie sich vom Leben und dem Universum „anrühren“, lassen Sie sich tief von ihnen ergreifen.

 

  • SELBSTERKENNTNIS – SEINE ZIELE UND WERTE KENNEN

Um authentisch zu leben müssen Sie wissen wer Sie sind. „Gnoti seauton“ (griechisch) oder „tenet nosce“ (lateinisch) sind alte Aufforderung, die bereits an den Wurzeln unserer Zivilisation liegen. Selbsterkenntnis war die große Aufgabe viele Denker und Herrscher zu allen Zeiten und das Hauptbestreben der Philosophen (bis zur heutigen Zeit, wobei heutzutage viele Philosophen in ihrem Denken derart degeneriert sind, dass es eine Beleidigung der klassischen Philosophen wäre viele moderne Epigonen ihrer Zunft zuzurechnen). Seine Ziele zu kennen ist wichtig, um im Leben Richtung und Ausrichtung zu haben, damit man das „Was“ kennt. Ohne eine solche Zielausrichtung fehlt einem der Grund zum Leben und man wird zum Spielball äußerer Kräfte über die man keine Kontrolle hat. Seine Werte zu kennen ist wichtig, um zu wissen, wie man bei der Zielerreichung vorzugehen hat. Die Werte geben uns Antworten auf die Frage nach dem „Wie“.

 

  • SICH SELBST ALS DAS ZENTRUM DES UNIVERSUMS WAHRNEHMEN

Man muss das Denken des Geistes als „sein eigenes Denken“ wahrnehmen; Sie müssen gewahr werden, dass Sie selbst es sind, der Ihre Gedanken hervorbringt, niemand anderer tut dies. Sie müssen aufrichtig sagen können: „Das sind meine Gedanken, das sind meine Handlungen“. Sie fühlen sich dann tief mit der Welt verbunden und erkennen Ihren eigenen Beitrag zu dieser. Sie sind dann kein Blatt im Wind, das mal hierhin, mal dahin getrieben wird, ohne dass Sie darauf Einfluss nehmen könnten, Sie haben das „Steuer“ Ihre Lebens selbst in der Hand und bestimmen wohin es geht. Sie nehmen aktiv und bewusst am Leben teil und erkennen den Unterschied, den es macht, ob sie am Leben sind oder nicht. Sie werden nie mehr dem Irrtum verfallen, der Mensch sei klein und unbedeutend. Sie spüren nun ihre Macht, ihre Kraft etwas zu verändern und sind kein passiver Beobachter mehr.

 

  • FREIHEIT UND DAS VERSTÄNDIS DER MECHANISMEN DER MACHT

Freiheit bedeutet die Fähigkeit (psychologisch: Erlaubnis) sein ureigenstes Wesen spontan und auf natürliche Weise auszudrücken ohne dabei blockiert oder eingeschränkt zu sein. Freiheit wird dann möglich, wenn man sich selbst erlaubt ein vollständig reifer, erwachsener Mensch zu sein, das vollständige „Geborenwerden“ zu akzeptieren, was weitaus mehr ist als der bloße physische Geburtsakt; es bedeutet sich von seiner Erziehung, seiner Sozialisation zu befreien. Was dazu notwenig ist, ist den Schmerz auszuhalten, der durch das Gefühl der Isolation dabei ausgelöst wird, in neue Wasser einzutauchen, die zuvor noch niemand ausprobiert hat und wo es dementsprechend keine Erfahrung gibt, auf die man zurückgreifen könnte.

Die Mechanismen der Macht zu verstehen ist notwendig für ein authentisches Leben, denn wo immer Menschen zusammen kommen, ergibt sich automatisch eine Hierarchie. Macht ist ein Prinzip der Natur, um Ordnung zu schaffen und Chaos zu vermeiden – sie ist unvermeidlich und sollte deshalb studiert und nicht vernachlässigt werden. Macht zu verneinen oder herunterzuspielen gehört zu den großen Sündenfällen unserer Zeit – wobei dieses Herunterspielen selbst ein Teil eines perfiden Machtspiels ist, das die wenigsten verstehen und dem doch so viele unterworfen sind. Einer Sache kann man sich sicher sein: Wenn man eine Situation nicht selbst kontrolliert, dann wird es ein anderer tun.

 

  • GLAUBE – DIE FÄHIGKEIT SEINEM EIGENEN DENKEN UND FÜHLEN SOWIE DEN EIGENEN ERFAHRUNGEN ZU VERTRAUEN

Glaube ist hier nicht im religiösen Sinne zu verstehen, wenngleich ein solcher religiöser Glaube in engem Zusammenhang dazu steht. Was ich her unter Glaube verstehe ist nichts anderes als das Vertrauen in sich selbst, in sein eigenes Denken, sein eigenes Fühlen und an die eigenen Erfahrungen, die man macht. Es ist der Glaube das „Eigene“ für real zu halten. Damit hat man eine „feste Burg“ in seinem Inneren, die auch dann noch steht, wenn man durch andere (vor allem von „Experten“) massiv angegriffen wird. Den Spott, den Hohn, die Beleidigungen anderer kann man so ertragen, man lebt authentisch ganz egal was kommt. Man kann so guten Gewissens mit Stolz in den Spiegel schauen und gewinnt ein Leben ohne die geringste Spur von Scham.

Lassen Sie sich diese Zeilen eine Zeitlang durch den Kopf gehen

Ihr O. M.

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