Erfolg ist etwas wonach sich jeder sehDisciplinent, wonach jeder strebt. Deshalb ist es nur natürlich, dass wir allen Hinweisen nachgehen, die uns dabei helfen können unsere Ergebnisse im Leben zu verbessern. Wir mögen dabei nach Werkzeugen und Ressourcen Ausschau halten, die uns dabei behilflich sind, doch wenn wir tiefer in die Materie eintauchen, entdecken wir Grundlagen, fundamentale Notwendigkeiten, die es uns überhaupt erst ermöglichen unsere Pläne umzusetzen. Wenn wir nun den Gegenstand „Erfolg“ betrachten, so gelangen wir dabei zu einer Tugend, die weitaus mehr dazu beiträgt als jede andere: Disziplin.

Wenn es um Disziplin geht, so müssen wir zu allererst einmal klären wovon wir dabei genau sprechen. Auf der einen Seite gibt es die Disziplin, die von außen an uns herangetragen wird – durch andere Personen oder Organisationen, die etwas von uns verlangen – auf der anderen Seite existiert eine Art von Disziplin, die von innen, aus uns selbst herauskommt und zwar von den Standards, die wir an uns selbst anlegen. Die erste Art von Disziplin ist als Gehorsam bekannt und hat ihren Ursprung in gesellschaftlichen Hierarchien, in Kommando- und Befehlsstrukturen, die zweite Art ist das was als Selbstdisziplin bezeichnet wird. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dieser zweiten Art von Disziplin.

Die gute Nachricht ist, dass Selbstdisziplin erlernt werden kann, die schlechte Nachricht ist, dass man dazu ein gehöriges Maß an Arbeit, harter Arbeit, aufbringen muss; und je höher der Standard ist, den man von sich selbst einzuhalten verlangt, desto größer sind auch die nötigen Anstrengungen. Willenskraft hängt immer vom Energieniveau eines Menschen ab und Energie ist stets begrenzt. Um sich selbst zu verändern, ist es notwendig die einzelnen Gebiete auf denen man Veränderung wünscht aufzuteilen und jedes einzelne gemäß den eigenen Prioritäten zu behandeln. Wenn man sein Leben in vielen Bereichen gleichzeitig zu verändern trachtet, sind die Chancen, dass man dabei überall scheitert sehr hoch. Die Verteilung der Energie der Willenskraft ist dabei entscheidend, denn die Kraft, die man in ein Gebiet investiert, fehlt an anderer Stelle. Das ist der Grund, warum Neujahrsvorsätze nicht funktionieren.

Selbstkontrolle ist die Fähigkeit des menschlichen Selbst sich selbst zu verändern. Aufgrund dieser Fähigkeit können wir uns selbst regulieren und gemäß bestimmten Maßstäben leben. Eine der spezifisch menschlichen Charakteristika ist jene aktiv und bewusst das Leben zu leben und nicht „gelebt zu werden“, wie dies bei den Tieren der Fall ist. Wir haben nicht nur die Möglichkeit uns selbst beim Leben zuzuschauen, sondern auch jene einzugreifen und uns selbst durch uns selbst zu verändern.

 

Der Standard

Disziplin fußt auf des Menschen Fähigkeit eine Welt zu erschaffen, in der es darum geht “wie die Dinge sein sollten” und diese mit der Welt der Tatsachen (Fakten) zu vergleichen, also mit der Welt “wie die Dinge sind”. Zweifelsohne kommt es zwischen diesen beiden Welten (oder Ebenen) zu Reibungen, die wir als Spannung, Konflikt und innere Unruhe erleben. Was wir hier unter „Standard“ verstehen sind auf der einen Seite die Werte und Tugenden, die wir befolgen möchten, auf der anderen Seite unsere Ziele, jene Dinge, die wir zu erreichen trachten. Die Fähigkeit Verhaltensmaßstäbe zu erschaffen und Dinge und Handlungen an diesen zu messen, ist unvermeidbar um Tugenden wie die Disziplin zu erzeugen. Selbstdisziplin ist eine Form der Selbstregulierung. Um nun einen Standard zu erfüllen, bedarf es der Motivation. Wenn es durch Selbstdisziplin nichts zu gewinnen gibt, wird man kaum die Energie aufbringen, die notwendig ist, um einem bestimmten Standard gemäß zu handeln.

Es gibt nun einige Maßnahmen und Überlegungen, die einem dabei helfen sein Leben an einem bestimmten Maßstab auszurichten und damit Disziplin zu entwickeln.

 

1 – Stelle sicher, dass du genügend Motivation hast, um diszipliniert zu sein

Es ist notwendig, dass Du eine Geisteshaltung entwickelst, der gemäß das „Richtige“ zu tun, diszipliniert zu sein, weitaus attraktiver ist, als sich dem undisziplinierten Verhalten hinzugeben. Betrachte Disziplin weniger aus der traditionellen oder „militärischen“ Perspektive heraus: Sie ist nicht so sehr etwas, das du tun musst, sondern etwas das du tun darfst, ein Privileg, das es dir ermöglicht mehr zu erreichen und die Qualität deines Lebens zu steigern, gleichgültig, ob es sich dabei um den beruflichen, persönlichen, körperlichen oder sozialen Bereich handelt.

Eine entscheidende Sache hierbei ist die Konzentration. Bei der Entwicklung von Disziplin geht es darum den Geist zu erziehen; und ein Teil davon besteht darin sicherzustellen, dass Dein Gehirn nur noch jene Gedanken hervorbringt, die von Dir erwünscht sind. Wenn der Geist zügellos ist und keine Richtung kennt, wird er alle möglichen willkürlichen Gedanken und Gefühle erzeugen und Du bist stets der Gefahr ausgesetzt, dass diese Dich bestimmen werden. Es gibt dazu ein altes buddhistisches Sprichwort: „Überlass den Geist, o Geist, nicht dem Geist!“ Beginne damit Deine Achtsamkeit zu steigern, indem du Dich regelmäßig zurück in den gegenwärtigen Moment holst und Dich fragst, was du gerade denkst und welche Gefühle bei dir gerade vorherrschen. Tue dies vor allem dann, wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen. Dein Geist ist wie ein wildes, vor Kraft strotzendes, Pferd; doch es kann durchaus gezähmt werden, du kannst die Zügel in die Hand nehmen und den wilden „Mustang“ zu Deinem Diener machen, indem Du die Richtung Deiner Gedanken und Gefühle bewusst selbst bestimmst. Deshalb ist es wichtig sich nur auf jene Dinge zu konzentrieren, die man anzustreben wünscht und nicht auf jene, die einem hinderlich sind. Sobald du bemerkst, dass deine Gedanken abschweifen und in eine andere Richtung gehen, rufe dich zur Ordnung und bringe Gedanken hervor, die dir dienen und nicht solche, die Schaden verursachen. Je öfter Du dies tust, desto mehr wird Dein Geist zu Deinem Diener werden, anstatt dass er Dich beherrscht, wie es bei den meisten Leuten der Fall ist. Der Grund dafür ist einfach: die meisten Menschen haben nie damit begonnen ihren Geist zu zähmen und die Kontrolle in ihrem Leben zu übernehmen.

Erschaffe ein detailliertes mentales Abbild der Person, die Du zu sein wünschst, jene disziplinierte Person, die über völlige Kontrolle über ihr Leben verfügt. Sieh Dich selbst so klar wie irgend möglich, als den Menschen, der Du in der Zukunft sein möchtest. Mache es zu Deiner täglichen Routine (vor allem morgens und abends) dieses Bild ganz genau für einige Minuten zu visualisieren und sorge dabei dafür, dass dieses Bild mit starken positiven Gefühlen aufgeladen wird. Es ist entscheidend, dass Du die Fähigkeit entwickelst dieses mentale Bild jederzeit bewusst abrufen zu können, wann immer Du es benötigst, besonders dann, wenn das Leben Dir übel mitspielt, wenn alles den Bach runter zu gehen scheint und Du an Deinen Fähigkeiten und Deinem Erfolg zu zweifeln beginnst. Mache dieses Bild zu Deinem inneren Leitstern, zu einer Art Kompass, der Dir stets anzeigt in welche Richtung Du gehen willst. Wann immer Du Dich dabei ertappst schlecht von Dir selbst zu sprechen oder zu denken, brich den Gedanken sofort ab, entschuldige Dich bei Dir selbst und lenke Dein Denken in eine positive Richtung.

 

2 – Entwickle einen Traningsplan – erschaffe Routine

Lerne zwischen Wünschen und Zielen zu unterscheiden. Ein Wunsch ist etwas, das man gerne haben möchte, doch ohne dabei besonderen Aufwand zu treiben. Ein Ziel hingegen ist ein Wunsch von höherer Qualität, es ist etwas, das man erreichen muss, weil man eine Entscheidung dazu getroffen hat, etwas wozu man sich verpflichtet hat. Es ist sehr wichtig dafür zu sorgen, dass sich unsere Wünsche in Ziele verwandeln, dass aus einem schlichten „Ich würde es gerne haben“ ein „Ich muss es haben!“ wird.

Lerne es auch Schwierigkeiten und Mühsal auszuhalten, ebenso wie unangenehme Gefühle zu erdulden. Sich nicht gut zu fühlen ist unvermeidbar, wenn es um Wachstum jeder Art geht. Begrüße solche Gefühle als deine Lehrmeister und denke an den positiven Effekt, den sie auf die Stärkung deiner Willenskraft haben. Betrachte unangenehme Gefühle, ja mitunter sogar Schmerz, aus einer anderen Perspektive heraus und dir werden sich völlig neue Einsichten offenbaren.

Da Disziplin sich ähnlich wie ein Muskel verhält, kann sie auch wie ein solcher trainiert werden. Beginne mit einfachen kleinen Übungseinheiten, lerne es Dingen, die verführerisch sind zu widerstehen – kleine Alltagsversuchungen, denen zu widerstehen noch keine großen Schwierigkeiten bereiten (wie einer Süßigkeit zu widerstehen) und steigere dich allmählich bis hin zu den Dinge, die bisher große Macht in deinem Leben hatte (zum Beispiel mit dem Rauchen aufzuhören für einen Kettenraucher). Seine Willenskraft zu benutzen braucht jedes Mal Energie. Studien haben bewiesen, dass bei jeder Ausübung der Willenskraft der Glukosespiegel im Blut abnimmt (Glukose ist die notwendige Energie die durch den Blutstrom zu den Organen befördert wird, wobei kein Organ beim Menschen mehr Energie braucht als das Gehirn – bis zu 30% der Gesamtmenge!). In der Folge verfügen wir über weniger Energie und können weiteren Versuchungen umso schwerer widerstehen. Wir alle kennen dieses Phänomen: Einmal zu widerstehen ist meist noch recht leicht, vielleicht auch ein zweites oder drittes Mal, doch je mehr Versuchungen, vor allem wenn sie sukzessive, ohne Pause aufeinander Folgen, auf uns einströmen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass wir nachgeben und unsere Willenskraft nicht mehr aufrecht erhalten können. Unsere Fähigkeit uns selbst zu regulieren ist immer vom Energieniveau in unserem Körper abhängig. Gestresst oder erschöpft zu sein, ist niemals gut, um kluge Entscheidungen treffen zu können – ein Grund dafür ist unsere eingeschränkte Fähigkeit in solchen Situationen unsere Willenskraft zu gebrauchen.

 

3 – Führe Aufzeichnungen über dein Verhalten in Bezug auf deinen Standard

Sein eigenes Verhalten schriftlich aufzuzeichnen zwingt einen dazu vor sich selbst Rechenschaft abzulegen, sich vor seinem Gewissen zu verantworten. Dabei muss man jedoch 100%ig ehrlich zu sich selbst sein, damit diese Aufzeichnungen einem einen guten Dienst erweisen können. Man ist dann in der Lage seine Entwicklung zu überblicken und sich auf seinem „Weg“ jederzeit zu orientieren. Wenn man nicht weiß wo auf diesem Weg man sich befindet, wird man bald die Motivation verlieren und allen möglichen Ablenkungen erliegen; äußere Einflüsse werden zunehmen Einfluss auf das eigene Leben gewinnen.

 

4 – Belohne dich selbst für diszipliniertes Verhalten

Trainiere dich selbst die Ausübung deiner Willenskraft (das heißt diszipliniert zu sein), als eine Belohnung an sich zu betrachten. Der „Sieg“ der Willenskraft über die Instinkte kann einen sehr positiven Einfluss auf den Selbstrespekt, das Selbstvertrauen und die menschliche Würde haben. Die ganze menschliche Kultur ist überhaupt nur möglich geworden, weil Menschen die Fähigkeit haben bestimmten Maßstäben (meist abstrakten, symbolischen Wahrheiten) gemäß zu leben und nicht dem Instinkt die Führung zu überlassen. Ohne diese Fähigkeit hätten wir Menschen uns niemals über das Tier erhoben, welche instinktgesteuert sind und der bewussten Selbstkontrolle ermangeln.

Stelle sicher, dass dein Geist lernt Kontrolle über sich selbst zu übernehmen. Wann immer du mit einem Vorhaben erfolgreich bist, belohne dich selbst mit etwas, so dass in deinem Geist eine starke Verbindung zwischen dem disziplinierten Verhalten und einer Belohnung hergestellt wird. Eine Sache sollte hier jedoch nicht unerwähnt blieben: Es ist notwendig sich nur mit Dingen zu belohnen, die sich in Einklang mit dem eigenen Standard befinden. So wäre es etwa unsinnig, wenn jemand, der abnehmen möchte sich für verlorene Pfunde mit einem Stück Kuchen oder Schokolade belohnte.

 

5 – Erkenne die Feinde der Disziplin

Über je mehr Disziplin Du verfügst, desto stärker bist Du, und desto weniger Einfluss haben die Welt und andere auf Dich. Vom Standpunkt der Macht aus ist Disziplin ohne Zweifel eine unvermeidbare Eigenschaft, die entwickelt werden muss. Alle mächtigen Menschen verfügen über ein ordentliches Ausmaß an Disziplin, machtlosen Menschen hingegen gebricht es stets an dieser. Schau Dir dazu als anschauliches Beispiel der Unterschied zwischen den oberen und den unteren Klassen der Gesellschaft an. Der Standard, den die Oberschicht an sich stellt war zu allen Zeiten höher als jener der unteren Gesellschaftsschichten (auf der anderen Seite ist das Absinken des Moralstandards bei der Elite stets ein Hinweis auf den Verfall einer Kultur gewesen). Disziplin ist immer schon ein großer Unterscheidungsfaktor zwischen den sozialen Klassen gewesen, besondern in jenen Ländern, in denen alle Menschen vor dem Gesetz gleichgestellt sind und niemand sich auf den Mangel an Privilegien berufen kann.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass Menschen, Institutionen und Organisationen die Einfluss auf Dich gewinnen wollen, die Macht über Dein Verhalten haben wollen, Gegner Deiner Selbstdisziplin sind. Sie mögen zwar Gehorsam (Disziplin, die von außen kommt) bei Dir begrüßen, wie etwa bei der Polizei oder den Streitkräften, doch an Deiner Selbstdisziplin, an Deiner Freiheit nach Deinem eigenen Maßstab zu leben, haben sie kein Interesse.

Einer der Gründe warum Disziplin heutzutage nicht mehr so hoch im Kurs steht wie einst, liegt an der Konsumgesellschaft. Unsere Wirtschaft basiert auf Konsum und dieser kommt in heftigen Konflikt mit der Selbstdisziplin (Willenskraft). Wenn die Bevölkerung die Disziplin aufbrächte nur solche Dinge zu kaufen, die sie wirklich braucht und die gut für sie sind, würde die Wirtschaft in eine tiefe Rezession, wahrscheinlich, ja sogar eine Depression, fallen. Die Werbung ist der Feind der Selbstdisziplin des Individuums schlechthin. Es gibt in unserer Gesellschaft starke Kräfte, die direkt oder indirekt unsere Bemühungen uns selbst zu kontrollieren torpedieren.

Jeder, der etwas von Dir möchte ist ein potenzieller Feind deiner Selbstdisziplin. Deshalb sollte man sehr vorsichtig sein, wenn man die Interessen anderer befördert – möglicherweise unterminiert man dabei seine eigene Ziele oder seinen eigenen Moralkodex.

Vermeide auch Leute, die zur Entwicklung Deiner Selbstdisziplin nichts Positives beitragen, besonders solche Gestalten, die versuchen Dich von Deinen Zielen abzubringen oder die über Disziplin spotten. Wir Menschen sind soziale Wesen und die soziale Umwelt hat einen großen Einfluss auf unser Leben. Stelle deshalb sicher, dass dieses Umfeld Dich unterstützt.

 

6 – Positive Beispiele

Suche dir Vorbilder, halte nach Menschen Ausschau, die über große Disziplin verfügen: Sportler, viele Künstler, Wissenschaftler, Unternehmer etc. Studiere die Beziehung zwischen der Fähigkeit sich selbst zu kontrollieren, „nein“ sagen zu können zu Verführungen und Ablenkungen aller Art, und dem Erfolg, den jemand in seinem Leben hat. Dabei kannst Du lebende Personen ebenso wie historische Beispiele heranziehen. Wenn Du Dir Leute aus Deiner Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, im Sportklub oder dergleichen aussuchst, versuche mit ihnen ins Gespräch zu kommen und gehe dabei auf die Beziehung zwischen Disziplin und Erfolg ein. Vielleicht gelingt es Dir sogar eine dieser Personen als Mentor zu gewinnen – in diesem Fall kannst Du Dich sehr glücklich schätzen.

Halte auch nach positiven Erfahrungen mit Disziplin in Deinem eigenen Leben Ausschau. Was hast Du in Deinem Leben bereits erreicht, weil Du die Kraft und Motivation hattest einem Plan zu folgen und dabei alle Hindernisse zu überwinden? Denke dabei an Dinge wie schulische und akademische Leistungen, Projekte auf der Arbeit, die Lösung persönliche Probleme, Freundschaften, eine Ehe und dergleichen. Rufe Dir diese Dinge wieder ins Bewusstsein zurück, schreibe sie auf und sieh sie Dir regelmäßig an, vor allem dann, wenn Du am Nutzen der Disziplin zu zweifeln beginnst. Diese persönlichen Beispiele beweisen Dir, dass Du bereits über Disziplin in Deinem Leben verfügst oder zumindest einmal verfügt hast, selbst dann wenn dies schon viele Jahre her sein sollte. Entfache dieses Feuer erneut in deinem Leben – das Feuer welches erneut seinen Dienst leisten wir bei zukünftigen Projekten!

 

7 – Nicht übertreiben

Wie viel ist zu viel? Das hängt von den individuellen Umständen ab, eine goldene Regel wie viel Disziplin zu viel ist, gibt es nicht. Es verhält sich hier ähnlich wie beim Fitnesstraining. Je mehr Muskeln einer hat, je fitter einer ist, desto mehr Disziplin kann er von sich selbst verlangen ohne dabei ins „Übertraining“ zu geraten. Nachdem sich Disziplin ähnlich wie ein Muskel verhält, ist dies ein zutreffender Vergleich.

Nichtsdestotrotz bedarf es in jedem Fall der Stressreduktion, der Entspannung um seine „Batterien“ regelmäßig aufzuladen. Stelle sicher, dass Djeden Tag genügend Schlaf erhältst und vermeide es Energie auf Dinge zu verschwenden, die Dir nichts bringen.

Noch eine Sache gibt es auf die du Acht geben musst, nämlich jene die vitalen Interessen nicht zu vernachlässigen. Als Menschen haben wir körperliche und psychische Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen. Dies bedeutet nicht, dass diese Bedürfnisse immer auf die „übliche“ Weise befriedigt werden müssen, sondern lediglich, dass jeder von uns funktionierende Wege finden muss eine Befriedigung herbeizuführen – aber immer unter der bewussten Kontrolle von einem selbst. Wenn jemand beispielsweise fastet, ist dies sicherlich eine gute Art die Gesundheit zu stärken und den Körper zu reinigen. Es mit dem Fasten zu übertreiben hingegen, hat den gegenteiligen Effekt und ruiniert unsere Gesundheit. Oder ein anderes Beispiel: Menschen, die zölibatär leben, müssen einen Weg finden ihre sexuelle Energie zu sublimieren, ansonsten kommt es zu allem möglichen Probleme.

Disziplin ist eine der großen Konstanten aller Zeiten – sie ist eine der sich niemals wandelnden Notwendigkeiten auf dem Weg zu einem tugendhaften, produktiven Leben. Sie ist eine der Charakteristika des Menschen schlechthin und steht in direkter Beziehung zum Selbstrespekt und zum Wohlsein. Hier liegt eines der großen Paradoxa des menschlichen Lebens: Disziplin fühlt sich (mehr oder weniger) unangenehm an, wenn man sie ausübt, doch ist sie gut in ihren Ergebnissen. Sie ist das genaue Gegenteil des Lasters, das sich gut anfühlt während man es begeht, doch Leid und Nachteile aller Art im Ergebnis nach sich zieht. Lassen wir uns nicht täuschen, lasst uns nicht nach den flüchtigen Vorteilen und Annehmlichkeiten des Augenblicks streben, sondern orientieren wir uns an soliden Prinzipien, die zu einem gut gelebten, tugendhaften und erfolgreichen Leben führen! – und dabei ist nichts mehr geeignet als die gute alte Disziplin.

Ihr O. M.

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