ChangeKaum ein Mensch ist mit seinem Leben derart zufrieden, dass es nichts zu verändern gäbe. Dabei können die unliebsamen Punkte im eigenen Dasein von alltäglichen Lässlichkeiten über zu schweren Störungen und Süchte, bis hin zur völligen Lebensuntauglichkeit reichen. Wir müssen uns bei der Aufgabe, unser Leben zu ändern, im Klaren sein, dass wir Menschen im wesentlichen vom Unbewussten gesteuert werden und das Bewusstsein mehr rechtfertigende und kommentierende, aber selten steuernde Funktionen innehat. Der entscheidende Punkt ist die Beeinflussung des Unbewussten, so dass es mit unseren bewussten und erwünschten Zielen übereinstimmt. Das Unbewusste ist jedoch recht träge, es braucht starke emotionale Botschaften, die oft wiederholt werden müssen, um Veränderungen herbeizuführen. Der menschliche Geist, der zum größten Teil aus dem Unbewussten besteht, ist vergleichbar einem Supertanker: Wenn er einmal in Fahrt ist, steuert er sein Ziel fast „wie von selbst“ an und es gibt nichts, was ihn aufhalten kann. Um die Fahrtrichtung (in unserem Fall die Lebensrichtung) dieses Tankers zu verändern, braucht es Energie und Zeit. Veränderungen, die im Augenblick vorgenommen werden, sind so schnell noch nicht sichtbar, erst wenn wir Geduld aufbringen, sehen wir die Veränderungen allmählich. Diese Veränderungen, das darf auf keinen Fall verschwiegen werden, brauchen auf charakterlicher Ebene Disziplin und Durchhaltevermögen und diese wiederum brauchen eine starke Motivation, die ihrerseits nur auf einem felsenfesten Glauben basieren kann.

Hier nun die Punkte, die zu einer dauerhaften, erfolgreichen Veränderung des Lebens führen:

 

1-Kenne das „Was“

Kenne deine Ziele und entwickle die dazu notwendigen Werte. Es sind nicht die Ziele, die das Leben des Menschen bestimmen, sondern die zugrundeliegenden Werte und diese wiederum werden selten durch Nachdenken, sondern vor allem durch das tatsächliche Handeln des Menschen gebildet. Wir handeln nicht unseren Werten entsprechend, sondern passen unsere Werte unseren Handlungen an. Der Mensch ist ein Wesen, das sich dadurch kennzeichnet, dass es Entscheidungen trifft und diese bestehen darin, dass das Individuum zwischen Optionen wählt.

 

2-Kenne dein „Warum“

Um sich im Leben zu verändern und dabei erfolgreich zu bleiben, ist es wichtig zu wissen, warum man sich verändern möchte. Sei Dir im Klaren darüber welche Vorteile die Veränderung mit sich bringt, schreibe Dir diese auf und halte sie Dir regelmäßig vor Augen. Die Vorteile müssen die Nachteile (den Preis, den man dafür bezahlt) bei weitem übertreffen. Sei Dir auch im Klaren darüber welche Vorteile Du bisher aus Deiner alten Situation gezogen hast. Hätte Dir der Status quo keinerlei Vorteile verschafft, hättest Du ihn schon längst aufgegeben. Sei Dir auch bewusst, was Du an die Stelle setzt, die durch den Wegfall des „alten Lebens“ entsteht. Es ist wichtig bei jeder Lebensveränderung auf ein festes Fundament zu bauen und ein solches ist nicht vorhanden wenn „Lücken“ entstehen, die nicht durch ein neues, besseres Verhalten, gefüllt werden. Hinterfrage die „Geschichte“, die Du Dir über Dein Leben erzählst und sieh Dir die Fakten so nüchtern wie möglich an. Unser Verhalten lügt nicht, unsere Worte hingegen sehr oft. Das was Du tust, das willst Du auch (zumindest unbewusst). Zu sagen, dass man sein eigenes Verhalten für falsch hält, dass man es sogar verachte, hat in Wahrheit überhaupt keine Bedeutung. Es wird also vor allem darum gehen Dein Verhalten einfach zu ändern, und überhaupt nicht auf das zu hören, was Du Dir bewusst darüber erzählst. Je länger Du das „richtige“ Verhalten einübst, desto mehr wird auch dein Bewusstsein sich anpassen und dieses Verhalten allmählich für richtig ansehen. Je mehr „Warums“ man findet, desto stärker wird die Überzeugung sich zu verändern werden und desto größer sind auch die Chancen, dass man aktiv wird uns sich die entsprechenden Veränderungen einstellen.

 

3-Verwandle dein SOLLEN in ein MÜSSEN

Der Unterschied zwischen Gewinnern und dem durchschnittlichen Menschen besteht darin, dass für Gewinner nichts wichtiger ist, als zu gewinnen, für Otto Normalverbraucher hingegen ist entscheidend nichts zu verlieren. Bei den meisten Menschen ist die Verlustaversion weitaus größer, als der Hunger nach mehr. Diese passive, ängstliche und rückwärts gerichtete Haltung ist der entscheidende Grund, warum die meisten nicht zu Gewinnern werden. Um sein Leben zu verändern, muss man hier gegensteuern und die Veränderung zur obersten Priorität machen: Die Veränderung erfolgreich durchzuziehen muss von weitaus größerer Wichtigkeit sein, als die Beibehaltung des Status quo. Verändern sollten wir uns alle, doch werden wir nichts erreichen, wenn wir uns nicht verändern müssen! Sorge dafür, dass die Veränderung ein bedingungsloses Muss für die wird.

 

4-Mache die Veränderung „greifbar“

Die besten Informationen der Welt werden bei einem keine Veränderungen bewirken, wenn nicht das „Herz“ angesprochen wird, wenn der einzelne sich nicht tief angesprochen, „ergriffen“ fühlt. Wie der Philosoph Baruch Spinoza bereits im 17. Jahrhundert erkannte, ist eine Einsicht nur dann effektiv, wenn sich auch eine affektive Einsicht ist. Es geht hier darum zwischen sich und dem Ziel (der Veränderung) eine persönliche Beziehung herzustellen. Dazu eignet es sich sehr gut klare Bilder vor Augen zu haben, wie diese erfolgreiche Veränderung im Ergebnis aussieht. Dazu können Hilfsmittel wie Fotos, Filme, Erinnerungssprüche und dergleichen einen guten Dienst leisten. Auch sollte man sich jeden Tag einige Minuten Zeit der Stille nehmen und sich den gewünschten Endzustand so lebendig wie möglich vorstellen. Diese Übung muss unbedingt zur Tagesroute gehören.

Ein Irrtum der meisten Menschen besteht darin zu glauben, dass Erklärungen Handlungen vorausgingen – tatsächlich ist es jedoch beinahe immer genau umgekehrt: Wir handeln und dann „erfinden“ wir Erklärungen für diese Handlungen, damit wir vor anderen und vor uns selbst gut dastehen. Dieses Phänomen ist inzwischen durch etliche wissenschaftliche Untersuchungen belegt worden. Es ist ein Mythos zu glauben wenn man Menschen ändern möchte, dann müsse man ihre Einstellung ändern. Viel eher verhalten sich Menschen entsprechend der Erwartungshaltung, die sie an sich stellen, meist jedoch noch mehr nach den Erwartungen von denen sie ausgehen, dass andere sie an sie stellen. Bei der Veränderung unseres Lebens können wir uns dies zunutzen manchen. Man könnte auch davon sprechen, dass man sein Verhalten nach seinem Glauben und nicht nach seinen Wünschen ausrichtet. Den eigenen Wünschen entsprechend handelt der Mensch also nur dann, wenn er glaubt, was er wünscht, wenn Glaube und Wunsch völlig übereinstimmen.

 

5- Wisse, was dich motiviert

Die meisten Menschen sind der Überzeugung sie wüssten, was sie motiviert, sie wüssten, was sie aktiv werden ließe. Dies ist einer der größten Mythen überhaupt, die Menschen über sich selbst hegen. Untersuchungen zeigen deutlich, dass die größte Motivation des Menschen das Verhalten von anderen Menschen, vor allem von der sozialen Gruppe, der sich jemand zugehörig fühlt, ist. Es sind die „sozialen“ Normen, die am stärksten auf den einzelnen einwirken.

 

6-Wähle das richtige soziale Umfeld

Innere Konflikte des Menschen sind oft auf die unterschiedlichen Gruppen zurückzuführen, denen sich jemand zugehörig fühlt oder zugehörig fühlen möchte. Es ist deshalb wichtig sich eine Gruppe zu suchen, die jene Ziele vertritt, die man im Leben erreichen möchte und jene zu meiden, die diesen Zielen widersprechen. Wenn jemand zum Beispiel reich werden möchte, muss er sich an reichen Leuten orientieren und sich mit reichen Menschen umgeben. Auf der anderen Seite muss eine solche Person all jene Menschen und Gruppen meiden, die Reichtum verteufeln und schlecht über Geld und Erfolg sprechen. Gerade das bisherige soziale Umfeld ist oft der „Stolperstein“ auf dem Weg zur Veränderung. Die Menschen um uns herum haben sich an uns gewöhnt und wir spielen in deren Welt eine ganz bestimmte Rolle. Verändern wir nun unser Verhalten und damit unsere Rolle, wird es meist die eine oder andere „Reibung“ mit diesen Menschen geben. Oft sind diese nicht im Geringsten daran interessiert, dass wir uns verändern und werden alles daran setzen uns daran zu hindern (Kritik, Lächerlichmachen, Drohen etc.). Es ist deshalb nicht unwahrscheinlich, dass man sich auf dem Weg zur Veränderung des eigenen Lebens von einigen der bisherigen „Freunde“, Verwandten, Berufskollegen etc. trennen wird müssen. Sie also auf diesen Schritt vorbereitet, sei aber auch gleichzeitig offen für die „neuen“ Menschen in deinem Umfeld, jene, die dein neues Wesen unterstützen. Es besteht die Gefahr der sozialen Isolation, wenn man sich zu sehr verändert; sorge deshalb für neue soziale Kontakte – schließe auf keinen Fall Kompromisse zulasten der Veränderung, trenne dich lieber vom gesamten sozialen Umfeld, wenn dies notwendig sein sollte.

Unter dem sozialen Umfeld ist jedoch noch weitaus mehr zu verstehen als jene Menschen, mit denen wir persönlich in Kontakt treten. Vielmehr geht es hier darum welche Botschaften aus der Welt wir in unseren Geist einlassen. Dazu gehören die Medien, die wir konsumieren (TV, Printmedien, Radio, Internet etc.). Konsumieren wir jene Medien, die uns bei unseren Zielen dienen oder nicht? Wollen wir etwa irgendwo erfolgreich sein und lesen trotzdem immer wieder Berichte von Verlierern, von Menschen, denen es schlecht geht, die unter einer Misere leiden? Solche Dinge haben alle einen Einfluss auf unseren Geist. Wir sollten deshalb sehr wachsam sein und sehr selektiv nur jene Informationen in unseren Geist (gerade auch ins Unbewusste) einlassen, die uns fördern und unterstützen und alle jene vermeiden, die uns einschränken, traurig machen, kurz – die uns die Energie nehmen.

Der soziale Druck, der durch Erwartungshaltungen entsteht, kann uns sehr gut dienen, indem wir unsere Veränderungspläne anderen mitteilen. Dadurch haben wir eine starke Motivation nicht zu versagen, denn wir müssen anderen in die Augen sehen und Rechenschaft ablegen. In den meisten Fällen ist uns dies freilich unangenehm, doch ist es im Grunde nur der „innere Schweinehund“, der uns daran hindern möchte eine solche Verpflichtung einzugehen.

 

7-Die Energie

Die entscheidende Währung ist Leben ist die Energie, über die wir verfügen. Grundsätzlich fördert Optimismus das Energieniveau, während Zweifel einem die Energie raubt; negatives Denken, Pessimismus schränken das Leben ein und verderben uns einen Großteil des Lebenserfolges. Um sein Leben zu ändern, ist Optimismus in Bezug auf die Veränderung unumgänglich. Wir sollten mit unserer Kraft haushalten und sie nur dort einsetzen, wo sie uns dient – und sinnlosen Zeitvertreib meiden etc.

 

8-Konzentration

Eng mit der Energie in Zusammenhang steht die Fähigkeit sich zu konzentrieren. Energie allein genügt noch nicht, um Erfolg zu haben, die Energie muss auch zielgerichtet sein, ansonsten treiben wir zwar eine Menge an Aktivitäten, doch das Ergebnis ist nicht Erfolg, sondern Chaos. Menschen, die sich im Leben ständig verzetteln, verfügen meist über ein großes Ausmaß an Energie, das jedoch nie auf eine Sache fokussiert ist.

 

9-Veränderung nach Prioritäten

Wer alle Hasen gleichzeitig jagt, erwischt am Ende keinen einzigen. Es ist wichtig seine Ziele nach Wichtigkeit zu ordnen und eine Liste diesbezüglich zu erstellen. Dann sollte diese Liste entsprechend ihrer Priorität angepackt werden – die wichtigsten Veränderungen zuerst. Es ist auch bedeutsam Aufzeichnungen über seine Veränderungen zu führen. So empfiehlt es sich ein besonderes Tagebuch zu führen, in dem man sich schonungslos Rechenschaft über den gesamten Veränderungsprozess ablegt. Erschaffe eine Tagesroutine, die die Punkte beinhaltet, die notwendig sind, um die entsprechenden Veränderungen herbeizuführen (eine Checkliste im Tagebuch dazu leistet sehr gute Dienste). Eine essentielle Eigenschaft beim ganzen Prozess der Veränderung ist Achtsamkeit. Wir müssen unser Bewusstsein stärken und uns angewöhnen gerade in den kritischen Situationen ganz geistesgegenwärtig zu sein, um kontrollieren zu können, ob wir noch „auf Kurs“ sind, oder bereits davon abweichen. Jede Veränderung bedeutet auch eine Veränderung des Bewusstseins.

 

10-Lerne es die Herausforderung zu lieben

Sich zu verändern bedeutet ständig seine Komfortzone zu verlassen. Unangenehme Gefühle, Schmerz, Befürchtungen, Langeweile, Angst etc. treten regelmäßig auf. Lerne es diese Gefühle als Deine Helfer aufzufassen. Stelle sie Dir wie einen Coach vor, der keine Ausreden duldet, der aber auch Deine Potenzialitäten kennt und Dich nach bestem Wissen und Gewissen fördert. Lerne es den Prozess des Wachstums zu lieben; die unangenehmen Gefühle weisen auf Wachstum hin – lass Dich nicht von ihnen täuschen, da sie unangenehm sind – sie sind in Wahrheit deine Diener, wenn Du es willst. Vergiss auch nicht Dich selbst für das neues Verhalten zu belohnen und selbst zu loben (es versteht sich von selbst, dass die „Belohung“ nicht so aussehen darf, dass man den eigenen Zielen zuwider handelt). Es ist sehr wichtig, dass Dein Geist mit dem neuen Verhalten ein positives Feedback verbindet.

 

11-Niemals aufgeben! Durchhaltevermögen

Wenn es eine Eigenschaft gibt, die alle dauerhaft erfolgreichen Menschen aufweisen, dann ist es das Vermögen durchzuhalten, am „Ball zu bleiben“, niemals aufzugeben, ganz egal welche Hindernisse sich einem in den Weg stellen. Um durchhalten zu können brauchen wir jedoch eine starke Motivation, wir brauchen viele „Warums“ (siehe oben). Die beste Motivation besteht ohne Zweifel in der Liebe. Wenn wir in den neuen Menschen, der wir werden wollen, leidenschaftlich verliebt sind (nicht zu verwechseln mit Narzissmus!), dann bringen wir auch die Kraft auf durchzuhalten, wenn es „zu hart“ wird und jeder vernünftige Menschen aufgeben würde. Aber beim Durchhalten geht es nicht darum vernünftig zu sein, sondern das „Richtige“ zu tun.

 

Sein Leben zu verändern ist alles andere als leicht; man darf deshalb auch nicht den „Schnelle-Lösungs-Gurus“ auf den Leim gehen, die unsere Begierden nach schnellen und einfachen Lösungen zu befriedigen vorgeben. Verwandeln wir lieber diese Begierden in ein loderndes Feuer in unserem Herzen, das uns genügend Kraft gibt alles durchzustehen, bis wir die gewünschte Veränderung erreicht haben, bis wir zu dem geworden sind, der wir wirklich sind: ein erfolgreicher, glücklicher und freier Mensch.

 

Ihr O. M.

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