Glaube-Handlungen-ErgebnisseGlaube! Wenn man von diesem hört, so denkt einer oft an eine ganz bestimmte Form davon. Je nach Weltanschauung, Religion oder Philosophie, ist damit eine spezifische Form des Glaubens gemeint. In diesem Artikel meine ich mit Glauben jedoch den Glauben an sich selbst. Es versteht sich, dass dieser Glaube nicht im leeren Raum existieren kann und auf einem Fundament aufbauen muss, einem Fundament auf dem das Leben gründet. Insofern ist jeder vernünftige Mensch ein „Fundamentalist“, denn ohne Basis ist ein ordentliches Leben nicht zu führen, und dieser heute so oft negativ verwendete Ausdruck, „Fundamentalist“, erscheint dadurch bei genauerer Betrachtung in einem ganz anderen Licht. Das nächste Mal, wenn Euch jemand als Fundamentalisten bezeichnet, so fasst dies als ein Lob auf, denn ein solches ist es in Wirklichkeit auch, auch, oder gerade dann, wenn es von Euren Feinden kommt. So ist etwa ein starker und geprüfter Glaube an Gott das stärkste Fundament über das ein Mensch überhaupt verfügen kann, denn die Verankerung eines solches Menschen liegt nicht in der vergänglichen Welt (bzw. einem vergänglichen Universum), sondern in der Ewigkeit, beim allmächtigen Schöpfer. Hier an dieser Stelle soll jedoch von einem anderen Glauben die Rede sein, nämlich von jenem, der uns ermöglicht direkt und aktiv auf die Welt einzuwirken und zwar unabhängig davon, auf welchem Fundament unser Leben in concreto auch stehen mag.

 

Was ist der Glaube an sich selbst?

Zu glauben bedeutet zu vertrauen. Wenn ich an mich selbst glaube, dann vertraue ich darauf, dass ich in der Lage bin etwas tun zu können. Ich nehme damit an, und zwar ohne zu wanken und zu schwanken, dass ich die Fähigkeit besitze etwas bewegen zu können, sprich: Glaube an sich selbst bedeutet immer sich seiner eigene Macht (=Können) gewiss zu sein. Daraus folgt, dass ich meinem Denken, meinem Fühlen und meinem Handeln zutraue bestimmt und kontrolliert auf die Welt einwirken zu können, um bestimmte erwünschte Resultat herbeizuführen. Dazu ist es notwendig, dass in meinem Inneren eine Kooperation zwischen den verschiedenen Antrieben, Vorstellungen, Gedanken und Gefühlen besteht, denn ansonsten stehe ich mir selbst im Weg und bewege überhaupt nichts. So theoretisch all dies auch sein mag, so wichtig ist es doch, sich dieser grundlegenden Tatsachen bewusst zu sein.

 

Was nicht funktioniert

Viele meinen der Glaube an sich selbst könne direkt hergestellt werden, durch Techniken, die darauf abzielen den Geist zu „programmieren“. Man versucht durch allerhand Suggestionen und „Mantras“ seine eigene innere Einstellung zurechtzubiegen, um eine erwünschte Geisteshaltung zu erzwingen (je nach Methode mit mehr oder weniger gewaltsamen Mitteln). Dabei vergisst man jedoch, dass wir Menschen über einen inneren Kompass verfügen, der Schwindeleien erkennt. Wie sehr wir uns der Ausschläge dieses Kompass’ bewusst sind, ist von Person zu Person unterschiedlich, doch ist es in Wahrheit unmöglich sich selbst zu belügen. Der viel gehörte Rat „Fake it until you make it!“ funktioniert nur dem Anschein nach – in Wirklichkeit bewirkt man auf diese Art nichts. Der innere Richter ist in Wahrheit unbestechlich, man kann auch sagen das Gewissen, und es bedarf allerhand Kunstgriffe, damit das Bewusstsein sich einbildet dem wäre nicht so. Tatsächlich kann man diese Art der inneren Verbiegung in unserer Zeit sehr häufig beobachten.

 

Was funktioniert

Der menschliche Geist lässt sich am besten über die indirekte Methode angehen und beeinflussen. Erkennen wir an, dass wir vor unserem Gewissen bestehen müssen und dieses uns schaden wird, wenn wir es korrumpieren oder ignorieren, sehen wir ein, dass wir für unseren Glauben, für unsere Einstellung gegenüber der Welt und uns selbst, gute Gründe anführen müssen. Wir werden uns dann darum bemühen solche soliden Gründe zu liefen. Darum ist es auch so wichtig die Freiheit des Gewissens eines jeden Menschen anzuerkennen und niemandem diesbezüglich Zwang anzutun. Uns ist dann klar geworden, dass wir nur auf etwas Substanzielles, etwas Reales zurückgreifen können, um einen Glauben an uns selbst zu entwickeln. Wenn wir keinerlei Hinweise darauf haben, dass wir etwas können, sind wir auch nicht in der Lage einen gerechtfertigten Glauben zu entwickeln, dass wir es können.

Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn wenn wir diese Einsicht zu eng interpretieren, verweigern wir uns selbst unser Wachstum und bleiben stets auf der Stelle stehen, da wir dann nur das glauben, was wir bereits erreicht haben und uns nicht trauen Neues zu tun. Das ist hier allerdings keinesfalls gemeint, denn gerade an der Fähigkeit zu wachsen wächst auch der Glaube daran, dass wir unsere bisherigen Grenzen sprengen können und zu ganz neuen Dingen in der Lage sind.

Sehen wir uns zur Entwicklung des Glaubens jene Grafik an, mit der dieser Beitrag beginnt. Sie zeigt ein Dreieck, das aus den Eckpunkten „Glaube“, „Handlungen“ und „Ergebnisse“ besteht. Bei diesen Eckpunkten bedingt jeder einen anderen und wird wiederum von einem anderen bedingt. Im Ganzen bilden sie einen Kreislauf. Wer an sich glaubt, der handelt auch in diesem Glauben, was dann zu den entsprechenden Ergebnissen führt, welche wiederum den Glauben bestärken.

Es stellt sich nun die Frage, wo in diesem Kreislauf sich der beste Ansatz befindet, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Dabei ist uns bereits klar geworden, dass der Glaube selbst im Wesentlichen eine passive Größe ist und sich aus anderem ableitet, als dass er selbst aktiv und direkt herbeigeführt werden könnte. Er steht also zu einem großen Teil außerhalb unserer unmittelbaren Kontrolle. Die Ergebnisse wiederum stehen völlig außerhalb unserer Kontrolle, denn egal wie wir Menschen auch handeln mögen, Ergebnisse sind stets „außerhalb“ von uns und unterliegen vielen Faktoren, die sich uns entziehen. Das einzige, was der Mensch völlig unter seiner Kontrolle hat, sind seine eigenen Handlungen. Deshalb kann die Schlussfolgerung hier nur lauten: Der Ansatzpunkt zur Entwicklung des Glaubens an sich selbst besteht in den eigenen Handlungen!

Freilich braucht es zu den entsprechenden Handlungen nicht irgendein Handeln, sondern ein gezieltes, kontrolliertes und intelligentes Tun. Solches erwirbt man sich durch die Entwicklung der eigenen Denkfähigkeit, durch Lernen und durch Erfahrung. Wichtig ist es deshalb auch die Flinte bei einem Fehlschlag nicht gleich ins Korn zu werfen, sondern die Ursachen seines Scheiterns möglichst nüchtern zu ergründen. Allerdings braucht jede Handlung wenigstens ein Minimum an Glauben, denn ist ein solcher nicht einmal in geringen Spuren vorhanden, wird kein Mensch aktiv werden. Sollte man sich in einer solchen traurigen Situation befinden, braucht es eine radikalere „Therapie“. Dann muss in der eigenen Vergangenheit geforscht werden, um sich an frühere Erfolge zu erinnern und daraus den nötigen Antrieb zu entwickeln. Jeder Mensch hatte in seinem Leben bereits Erfolg, und sei es auch nur die Tatsachen, dass er noch am Leben ist. Es ist deshalb bei jedem auch ein Minimum vorhanden, um zur Aktivität zu schreiten. In manchen Fällen bedarf es dazu möglicherweise fremder Hilfe, doch völlig hilflos ist kein Mensch, sollte er auch einen solchen Glauben entwickelt haben.

Hier soll auch nicht der gegenteilige Kreislauf, sozusagen der „negative Kreislauf“ oder die „Bremsung“ verschwiegen werden. Mangelnder Glaube führt dazu, dass wir nicht handeln, was wiederum zu keinen oder von anderen bestimmten Ergebnissen führt, was wiederum unsere Gefühl für das eigene Können reduziert und so weiter und so fort. Es ist deshalb sehr gefährlich in diesen negativen Kreislauf zu verfallen, denn damit ist eine Abwärtsspirale eingeleitet, die nur schwer wieder aufzuhalten ist, wenn man sich einmal an sie gewöhnt hat. Ist der Schlüssel zum Erfolg die Tat, dann ist der Weg zum Verderben die Tatenlosigkeit, die Lethargie und endlich die Hoffnungs- und Machtlosigkeit. Dieses Blog soll unter anderem auch dazu dienen gegen diese Hoffnungs- und Machtlosigkeit vieler Menschen in unserer modernen Welt anzugehen und aufzuzeigen, dass Glaube und Macht des einzelnen im Wesentlichen an ihm selbst und nicht an den anderen, den Umständen, dem Schicksal, oder was auch immer dazu gesagt werden mag, liegen.

 

Schlussfolgerung

An sich selbst zu glauben ist einfach aber nicht leicht. Einfach deshalb, weil es sich dabei nicht um „Raketentechnik“ oder „Kernphysik“ handelt, nicht leicht, weil die praktische Umsetzung den meisten Schwierigkeiten bereitet, gilt es doch eine „Anfangsenergie“ aufzubringen, die sich aus den bisherigen Lebenserfahrungen nicht ableiten lässt. Der springende Punkt besteht darin zu handeln, wie man handeln muss, um seine Ziele zu erreichen, auch dann, wenn der entsprechende Glaube kaum vorhanden ist. Der ganze Kreislauf von Handlungen-Ergebnisse-Glaube verstärkt sich laufend selbst, ebenso wie Untätigkeit zur Misere und zum entsprechenden Mangel an Glauben an sich selbst führt. Letztendlich gibt es im Leben nur die Wahl zwischen Licht und Schatten. Deshalb lasst uns die Entscheidung für das Licht treffen!

Euer O. M.

 

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