Erfolg im 21. JahrhundertDie Spatzen pfeifen es längst von den Dächern und kaum einer zweifelt mehr daran, dass die einzige Konstante, die wir heute noch erleben, und wie es aussieht auch in Zukunft erleben werden, jene ist, dass sich alles stetig verändert. Die Zukunft vorherzusehen wird immer schwieriger, längst sind die Zeiten vorbei, als man mit einiger, überschaubarer Ungewissheit noch zukünftige Ereignisse einschätzen konnte. Gerade die Experten versagen diesbezüglich immer mehr und auf sie zu hören macht deshalb immer weniger Sinn, gerade dann, wenn es um das individuelle Glück und den persönlichen Erfolg geht. Mit diesem permanenten Wandel verbunden ist natürlich auch, dass viele der herkömmlichen Ratschläge zum Erfolg und Lebensglück, wie sie über viele Jahrzehnte von einer Generation an die nächste weitergegeben wurden (z.B. „Geh zur Schule, schreibe gute Noten, lerne einen anständigen Beruf und arbeite für ein respektables Unternehmen, dann wird es dir gut gehen!“), nicht mehr funktionieren, bzw. ihre Funktionalität immer mehr einbüßen.

Was brauchen wir heute? Entscheidend ist die Fähigkeit zu lernen, jedoch müssen wir heute darunter etwas völlig anderes verstehen, als noch im traditionellen Schulsystem, das aus den Zeiten der Industriegesellschaft stammt und vor allem fähige Arbeitskräfte für den Staat und die Wirtschaft „produzieren“ sollte. Tatsächlich war es in der Vergangenheit so, dass Bildung ähnlich wie ein Produkt in einer Fabrik hergestellt wurde. Ziel war vor allem, dass der einzelne gut angepasst in seiner Gesellschaft lebt und den status quo nicht infrage stellte.

Was wir heute jedoch brauchen ist ein Lernen, das von der Person, die etwas lernen will ausgeht und nicht von einer „anbietenden Stelle“, wie etwas der Schule, einer Behörde, einer Autorität oder dergleichen. Ausgangspunkt ist das, was jemand lernen möchte, wofür sich jemand begeistert. Anstatt vorgefertigte Lösungen zu präsentieren, wird es immer wichtiger, jemandem dabei zu helfen selbst Lösungen zu finden. Dazu sollen vor allem Versuch und Irrtum als fortlaufender Prozess mit ständigem Feedback zur Anwendung kommen. Damit einher geht freilich auch die Notwendigkeit Fehler zu akzeptieren und sich nicht entmutigen zu lassen. Ganz allgemein brauchen wir dazu auch eine Gesellschaft, die Scheitern nicht verdammt, sondern dieses als Teil des Erfolges selbst sieht. Wir müssen dazu kommen uns mehr auf den Prozess, auf den Weg, als auf das bloße Ziel zu konzentrieren. Wenn das Ziel alles ist, dann unterdrücken wir damit bei vielen einen Großteil der Kreativität und des freien Denkens. Wer ständig Angst haben muss für Scheitern getadelt zu werden, probiert keine neuen Wege aus, wird orthodox und folgt nur noch der bewährten Methode, bzw. schließt sich uneingeschränkt den Autoritäten an. Relative Angstfreiheit ist notwendig, um dauerhaft erfolgreich zu sein.

Diese Webseite soll unter anderen auch dazu beitragen Lösungen für die neuen Anforderungen der heutigen Zeit zu finden. Was die klassischen Lösungen anbelangt, so haben sich bei weitem nicht alle davon überlebt, solches zu glauben hieße das Kind mit dem Bad auszuschütten. Doch soll es hier vor allem darum gehen jene „Skills“ zu entwickeln und in ihre Ausgestaltung zu fördern, die notwendig sind, um in unserer Zeit ein erfolgreiches und glückliches Leben zu führen. Denn der Mensch selbst wurde zu allen Zeiten von denselben Bedürfnissen beherrscht und dies wird auch in Zukunft nicht anders sein, was sich jedoch geändert hat sind das Umfeld und die Regeln denen wir heute unterliegen, im Verhältnis zu vergangenen Zeiten.

 

Faktoren, die zum Erfolg in unserer Zeit führen

Vertrauen in sich selbst

            Von allen Faktoren, die den Erfolg in unserer Zeit ausmachen ist das Selbstvertrauen mit Abstand der wichtigste. Die Zeiten, als Erfolg auch darin bestehen konnte einem andere zu folgen, einem anderen zu vertrauen sind vorbei. Das Vertrauen in sich selbst ist deshalb so wichtig, weil ohne dieses auch der beste Verstand allmählich seinen Dienst versagen muss. Es ist zwar richtig, dass man denken soll, bevor man handelt, aber es stimmt ebenso, dass das Denken ohne die Möglichkeit zu handeln allmählich zu einer Verschlechterung eben dieses Denkens führt. In der heutigen Zeit ist der Mangel an Vertrauen in sich selbst, in die eigenen Fähigkeiten einer der Hauptgründe für Tatenlosigkeit und damit in weiterer Folge von Dummheit. Deshalb habe ich hier das Vertrauen in sich selbst als den ersten Punkt gewählt, der unbedingt beachtet werden muss, will man heutzutage erfolgreich sein. Selbstvertrauen erlangt man nur durch Übung, sie ist ein Faktor, der vor allem durch andere bestimmt wird und nicht auf Anhieb, und schon gar nicht durch direkte Bemühung erreicht werden kann. Hierin liegt dies Schwierigkeit: Der Aufbau von Selbstvertrauen ist anstrengend und braucht seine Zeit – ist es jedoch einmal etabliert, ist es nicht mehr so leicht zu erschüttern.

 

Die Fähigkeit des eigenständigen Denkens

Eigenständiges Denken bedeutet vor allem kritisches Denken. Damit ist gemeint eine Sache zu beobachten, sich konzentriert und intensiv mit ihr auseinander zu setzen und sich sein eigenes Urteil zu bilden. Diese Art zu denken bedeutet die eigene mentale Trägheit zu überwinden und auch die Kraft aufzubringen seine eigene Meinung, sein eigenes Urteil auch gegen andere, und sei es die Mehrheit, durchzusetzen. Eine große Gefahr besteht hier darin, dass Expertendenken mit eigenständigem Denken verwechselt wird. Zwar hört mancher nicht auf das Geschwätz auf der Straße, am Arbeitsplatz oder in der Klatschpresse, ist jedoch erstaunlich unselbständig, wenn es um die Meinung von Experten geht. Allzu oft wird nur nachgeplappert was eine „Kapazität“ vorgegeben hat und hat dann gleichzeitig auch noch die Illusion gut und richtig gedacht und entschieden zu haben. Eigenständiges Denken erfordert auch ein großes Maß an Disziplin, denn es erfordert weitaus mehr Energie selbst zu denken als andere denken zu lassen und diese Aufzubringen ist nichts für die Kraft- und Mutlosen.

 

Weitgehende Aufgabe des Denkens in absoluten Kategorien

Falsch verstanden könnte diese Aufforderung so ausgelegt werden, dass wir dem radikalen und totalen Relativismus frönten. Abgesehen davon, dass ein totaler Relativismus ein Widerspruch in sich selbst ist, ist es notwendig, dass jeder Mensch für sich einen absoluten Rahmen für sein Leben findet – alles Weitere spielt sich dann innerhalb dieses Rahmens ab. Absolut richtig und absolut falsch machen nur dort Sinn, wo es völlig klare Antworten geben kann und wo diese zu erkennen notwendig ist, um eine Sache ordentlich zu erledigen, bzw. überhaupt Erfolg zu haben. Solche klaren Abgrenzungen gibt es immer weniger und spielen hauptsächlich dort eine Rolle, wo es um die Erkenntnis der Wahrheit geht. Wo jedoch Erfolg gefragt ist, ist vor allem Wachstum, persönliches Wachstum wichtig und in diesem Zusammenhang geht es mehr darum Fortschritte zu machen, seine eigenen Grenzen zu überwinden und bessere Wege zu finden sich selbst in der Welt zu entfalten.

 

Kommunikations- uns Kooperationsfähigkeit

Kein Mensch lebt völlig für sich alleine und je mehr er dies doch versucht zu erreichen, desto weniger wird er erfolgreich sein. Aus der Fähigkeit seiner eigenen Meinung zu folgen, darf nicht geschlossen werden, dass damit die Ablehnung der anderen oder nicht einmal deren Meinungen zu verstehen sei. Kommunikation bedeutet seine eigenen Gedanken anderen mitzuteilen, sowie jenen der anderen zuzuhören. Dabei entsteht bei Menschen, die geistig gut aufeinander abgestimmt sind, die also ein gutes Team bilden, so etwas wie ein gemeinsamer Geist, aus dem sich ganz neue Ideen ergeben, auf die der einzelne niemals gekommen wäre. Die verschiedenen Talente eines Teams können sich bei guter Koordination wunderbar ergänzen und ein starkes Ganzes abgeben, so dass der Spruch „das Ganze ist mehr als seine Teile“ seine volle Berechtigung findet.

 

Die Fähigkeit schöpferisch tätig zu sein

Kreativität in ihrem ursprünglichen Sinn heißt etwas zu erschaffen, etwas Neues in die Welt zu bringen, etwas, das es vorher noch nicht gegeben hat. Im weiteren Sinne kann darunter auch Geschicklichkeit verstanden werden, etwa, wenn es um die Lösung eines Alltagsproblems auf eine untypische Art geht. Diese Fähigkeit ergibt sich mehr aus den bereits oben genannten, als dass sie direkt angegangen werden könnte. Kreativität hat vor allem mit Kommunikation und Konzentration zu tun. Das Bild von Genie, das einen Geistesblitz nach dem anderen hat, ohne sich dabei besonders anstrengen zu müssen ist ein Mythos – wenn auch einer, der sich hartnäckig hält.

 

Das sind die Punkte, an denen wir in unserer Zeit nicht mehr vorbeikommen. Je mehr sich die Welt verändert und je mehr der Druck auf die meisten zunimmt, desto wichtiger wird es diese Faktoren zu erlernen. Wenn wir als Gesellschaft weiterhin erfolgreich sein wollen, dann müssen wir die Art, wie wir das Leben angehen grundlegend verändert. Vor allem im Schul- und Bildungswesen müssen endlich jene Veränderungen angegangen werden, die schon so lange Not tun. Diese Veränderungen müssen aber vor allem inhaltlicher Natur sein. Bislang bezieht sich die Diskussion vor allem auf Organisationsformen, Klassenstundenzahlen und andere Dinge, die alle von nachrangiger Wichtigkeit sein. Was soll Bildung leisten, was ist heute notwendig und wie helfen wir Menschen dazu, dass sie eigenständige mündige Staatsbürger werden können? Aber das ist ein anderes Thema.

 

Euer O. M.

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