JournalingEinige Menschen führen ein Tagebuch, auch wenn diese Tradition in unseren Zeiten oft abhanden gekommen ist und man glaubt etwas Derartiges gehöre nicht mehr in unsere Zeit, ins 21. Jahrhundert. Nichts könnte ferner liegen und ich möchte Euch heute auch zeigen, warum das so ist.

Es wird ohnehin schon viel zu viel geschrieben und unser aller Zeit ist kostbar, deshalb will ich hier nur einige wichtige Punkte erwähnen, die wirklich von Wert für jeden einzelnen von uns ist, ohne dabei zu ausschweifend zu werden.

Gut, nun welche Vorteile hat es ein Tagebuch/Journal zu führen?

 

Rechenschaft

Das Führen eines Tagebuches gibt einem die Möglichkeit ehrlich über die eigene Existenz unterrichtet zu sein. Wird eine Journal aufrichtig geführt, so können wir uns nicht vor uns selbst verstecken, denn wir sehen schwarz auf weiß vor uns, was wir geleistet haben und wo wir es an und selbst fehlen lassen haben.

 

Orientierung

Ein Journal kann für uns die Funktion eines Kompasses übernehmen. Es hilft uns dabei uns in unserem Leben zu orientieren und herauszufinden, ob wir uns noch auf dem richtigen Weg befinden, oder ob wir uns anderweitig umsehen sollten. Wir können über unsere Aufzeichnungen auch Rückschlüsse auf unsere wahren Ziele und Werte im Leben finden – etwas, das sich einem oft nur indirekt erschließt. Ein Tagebuch ist ein idealer indirekter Weg, sofern wir nicht alles, was wir getan haben auch kommentieren, sondern anfangs einfach nur die Fakten sprechen lassen.

 

Ursache-Wirkungs-Analyse

Ein Journal hilf uns auch dabei herauszufinden wie es mit den Ursachen und den daraus resultierenden Wirkungen in unserem Leben steht. Wir können dann nicht mehr willkürlich Ursachen annehmen für unser Glück oder unser Unglück. Mit anderen Worten, wir sind dann nicht mehr in der Lage zu glauben, dass wir dem Schicksal unterworfen sind, sondern dass wir unser Leben selbst gestalten. Laufen die Dinge nicht nach unseren Vorstellungen, so müssen wir selbst Verantwortung dafür übernehmen und können nicht mehr ernsthaft andere oder das „Schicksal“ dafür die Dinge in die Schuhe schieben. Das ist sehr schmerzhaft für die einen und doch heilsam, wenn man sich die Dinge wirklich vor Augen führt und ganz ehrlich zu sich selbst ist.

 

Worte und Taten

Es ist bei Menschen die Regel, dass zwischen dem, was man sagt und dem, was man tut, eine mehr oder weniger große Diskrepanz besteht. So weit so gut, doch, wenn dieser Unterschied ein Ausmaß annimmt, das über das Gewöhnliche hinausgeht, so ergeben sich daraus mehr oder weniger große Schwierigkeiten. Wenn wir aufschreiben, was wir wollen und dies dann damit vergleichen, was wir tatsächlich getan haben, denn erkennen wir, wie es mit der Effizienz und Konsequenz in unserm Leben steht. Dies soll kein Vorwurf sein, denn dass es leichter ist etwas zu propagieren, als etwas zu tun, gehört zu den typischen Dingen im Leben. Nichtsdestotrotz gibt uns diese Diskrepanz einen Hinweis darauf, wo unsere schwachen Punkte liegen und wo wir uns noch verbessern können und meistens auch müssen.

 

Journaling als Leitungsinstrument

Was die wenigsten berücksichtigen ist, dass ein Tagebuch als ein Instrument zur Lebensführung dienen kann. Auf der einen Seite haben wir damit eine Menge an Daten zur Verfügung, auf der anderen Seite haben wir damit nicht nur ein Mittel um unsere Leben zu kontrollieren, sondern auch zu steuern. Es verhält sich damit ähnlich wie mit der Erstellung eines Budgets, einer Finanzplanung. Eine Ein- und Ausgabenrechung zu besitzen ist essentiell für jeden Unternehmer, doch ein Budget ist eine Vorausschau auf die Zukunft, die uns zeigt wie viele Ressourcen wir für ein entsprechendes Ressort verwenden wollen. Im Nachhinein können wir uns dann nicht entschuldigen und müssen gerade stehen für das, was wir wirklich getan haben. Dieses Mittel kann einerseits zum Vorwurf, aber ebenso zum mächtigen Instrument in unserer Hand werden, wenn wir richtig damit umzugehen wissen. Darauf gilt es zu achten.

 

Kontakt mit der Realität

Wir alle leben mehr oder weniger in der Realität. Je mehr wir uns der wirklichen Welt bewusst sind, desto mehr werden wir auch Erfolg haben. Allzu viele glauben, dass dies nicht notwendig sei und vermeinen in ihrer eigenen Traumwelt ein gutes Leben sich schaffen zu können. Diesem Irrtum dürfen wir niemals unterliegen. Tatsache ist, dass die Welt ihre eigenen Gesetze hat und dass unsere eigene Einstellung davon völlig unabhängig ist. Ein Tagebuch zu führen gibt uns die Möglichkeit mit der Realität in ein viel engeres Verhältnis zu treten, als wie, wenn wir bloß unseren Gedanken nachgäben. Dieser entscheidende Punkt wird allerdings nur sehr selten berücksichtig.

 

Rückschau auf das Leben

Das ist ein Thema für die Älteren unter uns. Wenn wir unser Leben Revue passieren lassen und ein Tagebuch zuhanden haben, haben wir einen großen Vorteil gegenüber anderen, die sich auf ihre bloße Erinnerung verlassen müssen. Journaling bietet uns die Möglichkeit möglichst realistisch unser Leben zu überblicken und uns nicht über unsere vergangenen Erlebnisse in Bezug auf unsere Gedanken und Gefühle zu täuschen. Insofern ist ein Tagebuch ein „brutaler“ ehrlicher Freund, der es nicht zulässt, dass wir uns selbst belügen (sofern wir die Sache ernst nehmen, versteht sich).

 

Wir müssen ein für alle Mal die Idee aufgeben Tagebuch zu führen seit etwas für „Weicheier“ bzw. eine Marotte kleiner Mädchen, die es nicht besser wissen und jeden Eintrag mich „Liebes Tagebuch …“ beginnen. Tatsächlich sind es gerade jene Menschen, die das Leben am ernsthafteste nehmen, die mit dieser Tradition begonnnen haben (Mönche und Nonnen), um ihr Leben in einen größeren Rahmen zu stellen, der es ihnen endlich ermöglichte das Rechte von dem Falschen zu scheiden und sich auf jene Dinge zu konzentrieren, die nach Weglassung allen Ballastes, noch übrig bliebt.

Ich denke, dass wir alle mehr Respekt vor der Vergangenheit entwickelt könnten (gerade auch für unsere persönliche Vergangenheit) und uns auf jene Dingen konzentrieren sollten, die von wahrhafter Bedeutung für unser Dasein sind. Künstliche Welten umgeben uns ohnehin unentwegt, es ist Zeit sich auf das Reale zu konzentrieren und genau dazu habe ich auch dieses Blog eingereichte, um Menschen im 21. Jahrhundert mit der Realität im Kontakt zu halten und sie davor zu bewahren sich einer Scheinillusion hinzugeben, die ihnen Schönes vorgaukelt, ohne etwa wirklich Substanzielles zu bieten. Das sind die ehrlichen Gedanken, eines Mannes, der es gut mit euch meint.

 

Euer Oliver Märk

 

 

 

Advertisements