Tun ist alles„Ich versuche Erfolg zu haben“, „Ich probiere etwas Neues aus“, „Ich gebe mein Bestes“ oder „Ich werde mir Mühe geben“, sind nur drei Aussagen, die alle in dieselbe Kategorie fallen. Ihnen allen ist gemein, dass sie eine Tür offen lassen, quasi einen Fluchtweg, sollte man bei einer Sache nicht erfolgreich sein. Um etwas zu versuchen braucht man lediglich etwas an Motivation und diese ist nicht besonders „teuer“ – um erfolgreich zu sein braucht es hingegen weitaus mehr, hier bedürfen wir einer tieferen Stärke, etwas, das aus den tiefen unseres wahren Selbst kommt und nicht einfach so ohne weiteres erworben werden kann (oder gar gekauft werden kann).

 

Motivation wird überschätzt – aufs Durchhalten kommt es an

Generell wird in unserer Gesellschaft der Motivation einen viel zu hohen Stellenwert eingeräumt. Gerade im Selbsthilfe-Bereich wird viel davon geredet, wahrscheinlich auch deshalb, weil es nichts kostet und so einleuchtend klingt. Man scheint damit nicht fehlgehen zu können und es gibt tatsächlich kaum etwas, was den sogenannten „Selbsthilfegurus“ mehr Angst macht, als wenn jemand ihr System erfolgreich infrage stellt. Dann stellt sich nämlich oft heraus, dass hinter den vielen Worten nichts steckt und in vielen Fällen Wasser gepredigt aber Wein getrunken wird – der Prophet lebt seine eigene Botschaft nicht.

Tatsache ist, dass Motivation, die ja vom Lateinischen „Motus“ (für Bewegung) kommt, wichtig ist, um eine Sache in Angriff zu nehmen, doch diese Motivation etwas zu beginnen bringen die meisten ohnehin auf. Meist deshalb, weil der Schmerz über das eigene Leben ein gewisses Maß überstiegen hat, nur in relativ seltenen Fällen, weil der Wunsch nach einem besseren Leben hoch genug wäre. „Aller Anfang ist schwer“, lautet ein bekanntes Sprichwort und doch ist es unsinnig. Etwas anzufangen ist überhaupt nicht schwer, sämtliche Verlierer haben etliche Male Dinge begonnen, das ist kein Kunststück und bekanntlich soll ja auch der Weg zur Hölle mit unzähligen guten Vorsätzen (und begonnenen Projekten) gepflastert sein.

Die wahre Schwierigkeit beim Erfolg besteht im Durchhalten, besteht darin an einer Sache dranzubleiben, wenn man keinen Antrieb mehr hat, wenn sich das Leben in ein dunkles Tal vollen Grauens verwandelt hat, wenn einem die ganze Welt und sogar die eigene innere Stimme sagt, dass man nie Erfolg haben wird, dass alles umsonst sei, man die Sache gutsein lassen soll und so wie die anderen sich mit dem begnügen soll, was das Leben einem eben biete. Das sind die schweren Stunden, das sind die harten Prüfungen des Leben, die zu überwinden etwas braucht, was viel stärker ist als die Motivation – Motivation versagt hier völlig. Wir brauchen hier die Fähigkeit des Durchhaltevermögens und solches erwerben wir nur durch ständige unablässige Übung, durch eiserne Disziplin und durch die Entwicklung der Gewohnheit in jeder Situation – wirklich in jeder! – das zu tun, was wir tun müssen, um zu erreichen, was wir erreichen wollen, also das, wozu wir uns entschieden und verpflichtet haben. Noch etwas brauchen wir und das ist der springende Punkt hier überhaupt: GLAUBE! Es geschieht uns nach unserem Glauben – das ist nicht einfach eine schöne „religiöse“ Plattitüde, sondern gehört zu den Dingen, die zu allen Zeiten und an allen Orten wahr gewesen sind. Und es wird in Zukunft auch nicht anders sein. Wir müssen an uns selbst glauben und an unseren Erfolg, andernfalls werden wir nicht Erfolg haben.

 

Willenkraft – Kernenergie allen Erfolges

Wenn das Feuer des Verlangens nicht lichterloh in Deinem Inneren brennt, sind Deine Chancen Erfolg zu haben sehr gering. Wir haben alle Träume, doch Träume verpflichten uns noch zu nichts, sie sind „billig“ – jeder Verlierer, jeder Versager hat Träume en masse. Was die Gewinner jedoch von den anderen unterscheidet ist die Verpflichtung, die sie eingehen, in dem sie den Entschluss fassen Erfolg zu haben, Erfolg haben zu müssen. Träume zu haben bedeutet nichts, wenn wir diese Träume nicht in Ziele umwandeln und diese Ziele einem endgültigen Entschluss – ohne Wenn und Aber – unterwerfen, um sie zu erreichen. Wenn wir den Glauben daran haben, dass uns etwas gelingen wird, wenn wir die Verpflichtung eingegangen sind etwas zu erreichen, dann gibt es auch kein „gut“ und „böse“ mehr, dann sehen wir nur noch, was wir tun müssen, um unser Ziel zu erreichen. Hindernisse sind dann keine Überraschungen mehr für uns, sie sind schon gar nicht „böse“, sondern „technische“ Angelegenheit, mit denen wir umgehen müssen und umgehen werden. Haben wir einmal diese Geisteshaltung entwickelt (sie ergibt sich mit der Zeit durch das ständige Eingehen von Verpflichtungen und durch harte Arbeit), sehen wir uns nicht mehr als Opfer der Welt, sondern erkennen, dass wir alles selbst erschaffen.

Dass der Wille uns Menschen bestimmt, ist uns schon längst bekannt. Schon Schopenhauer hat den Willen zu einem der zentralen Gegenstände seiner Philosophie gemacht. Dass der Wille aber trainiert werden kann, dass wir darauf einwirken können, welchen Willen wir entwickeln und wie stark er ist, wissen aber bis heute nur wenige. Ein Wille wird durch Übung geformt – Kontrolle über ihn erlangen wir durch eine Ausweitung unseres Bewusstseins, indem unsere Selbstreflexion immer weitere Bereiche unseres Geisteslebens umfasst (ohne dabei ins Negative zu fallen).

Eng in Zusammenhang mit der Willenskraft steht der Fokus, die Fähigkeit geistige Energie zu bündeln und auf eine vor uns liegende Aufgabe zu richten.

 

Fokus – der zielgerichtete Laserstrahl des Geistes

Wir leben in Zeiten, in denen vom Menschen verlangt wird viele Dinge gleichzeitig zu erledigen. Während man noch mit einer Sache beschäftigt ist, wird erwartet, dass man bereits eine andere in Angriff nimmt. Dabei fällt immer wieder der Begriff „Multitasking“, der von moderner Computersoftware abgeleitet ist. In Wirklichkeit ist dies jedoch, auf den Menschen angewandt, reiner Unsinn, zumindest in dem Sinne, wie es in der Regel verstanden wird. Die Energie, die der Geist für eine Sache aufwendet, fehlt an anderer Stelle und mehrere Dinge gleichzeitig erledigen zu wollen führt in der Praxis zu nichts anderem als dazu, dass sämtliche Aufgaben, bestenfalls, mittelmäßig erledigt werden. Eine viel klügere und realitätsbezogenere Version besteht jedoch darin die Kunst zu kultivieren zwischen verschiedenen Aufgaben blitzschnell hin- und herschalten zu können. Es geht darum in dem Augenblick wo es eine Aufgabe zu erledigen gibt diese mit voller Aufmerksamkeit, mit voller Geisteskraft zu erledigen und sich nicht ablenken zu lassen (es ist dies gerade das Gegenteil von der gewöhnlichen Praxis sich geistig schon mit einer anderen Sache zu beschäftigen, während man noch etwas tut). So kann man auch zur nächsten Aufgabe übergehen, ohne dabei noch mit den Gedanken bei der gerade erledigten Aufgabe zu verweilen. Diese Vorgehensweise ist auch ein gutes Mittel gegen Stress. Stress ist eine Form der Angst, nämlich meist jene einer Sache nicht gewachsen zu sein. Es ist kein Wunder, dass man befürchtet etwas nicht ordentlich erledigt zu haben, bzw. in Zukunft nicht erledigen zu können, weil das Denken nicht gegenwärtig war. Oft ist diese Angst ja völlig gerechtfertigt. Hier „therapieren“ zu wollen hieße die Realität ausblenden zu wollen.

Einer der schönsten Worte der deutschen Sprache ist meiner Meinung nach jenes der „Geistesgegenwart“. Geistesgegenwart ermöglicht uns uns besser in unserem eigenen Geistesleben, als auch in der Welt zurechtzufinden. Wir können so auch stets unsere Ziele vor Augen haben und darauf schauen, dass wir nicht vom Weg zu deren Erreichung abweichen.

 

Conclusio – keine halben Sachen – die totale Verpflichtung

Wenn man nicht bereit ist Nägel mit Köpfen zu machen, ist es besser etwas überhaupt nicht zu beginnen. Die Welt ist ohnehin schon voller nicht-ausgereifter Dinge – seien es nun Produkte, Dienstleistungen oder auch bloße Ideen und Vorstellungen. Wenn wir etwas anpacken, müssen wir uns verpflichten die Sache auch bis zum Ende durchzuführen, ganz egal wie schwer sie auch sein mag und wie viel Widerstand wir dabei erfahren. Nur wenn unsere Verpflichtung uneingeschränkt ist, werden wir der Welt und uns selbst einen wertvollen Dienst erweisen können. Nur dann hinterlassen wir in der Welt Spuren, für die wir uns nicht zu schämen brauchen und die noch von der Nachwelt erkannt werden werden. Sie sind dann das Vermächtnis von uns an die Welt.

 

Ertappst Du Dich also das nächste Mal dabei, dass Du von „versuchen“, „ausprobieren“ oder anderen halbherzigen Ausdrucksweisen sprichst, so reiße Dich am Riemen und vergegenwärtige Dir welche Botschaft Du Dir gerade selbst übermittelst! Dann ändere Dein Selbstgespräch in eine positive Richtung, erhöhe den Standard, den Du an Dich selbst stellst und sage dir sogleich: „Ich kann und ich werde in dieser Angelegenheit Erfolg haben!“. Lasse es nicht zu, dass der Gedanken an das Scheitern auch nur den kleinsten Raum in Deinem Geist einnimmt. Wie man solches erreicht? Durch Übung, Übung, die zur Gewohnheit wird. Allmählich erreicht man auf diese Art ein mentales Niveau, das man sich vorher nicht einmal in seinen kühnsten Träumen hätte vorstellen können. Haben wir die Anfangsblockaden überwunden, stellen sich uns andere Aufgaben. Doch je höher der Test, je anspruchsvoller die Aufgaben werden, desto mehr können wir dabei auch lernen.

Euer O. M.

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