Platz an der SonneWas man oft im Leben vieler Menschen beobachten muss ist ein reines Trauerspiel. Allzu oft sehen wir ein Individuum, vielleicht sogar einen guten Freund oder Bekannten, das zwar über große Gaben verfügt, aber nicht im Geringsten in der Lage zu sein scheint etwas daraus zu machen. Auf der anderen Seite gibt es unzählige Zeitgenossen, die trotz Mangels an Talenten Karriere machen, glückliche Beziehungen führen, es zu Reichtum und Wohlstand bringen und ganz allgemein ein Leben führen, indem alles zu gelingen scheint. Ist das nicht ungerecht? Sollte es nicht eine kosmische Gerechtigkeit geben, die hier eingreift? Wie kann es sein, dass nicht nur Leute, die wenig begabt sind, sondern sogar solche mit zweifelhaftem Charakter ein Leben im Überfluss führen, während andere begabte und „gute“ Menschen darben müssen und sich in einem Dasein voller Leid wiederfinden? Das sind Fragen, die die Menschheit seit jeher beschäftigt haben, zu einer einheitlichen Lösung sind wir bislang nicht gekommen. Ich möchte diesbezüglich eine Betrachtungsweise vorschlagen, die sich bewährt hat und vielen geholfen hat ihren „Platz an der Sonne“ zu erschaffen und in Besitz zu nehmen. Dabei möchte ich solche Dinge wie „kosmische Gerechtigkeit“ und dergleichen dahingestellt lassen – sie gehören nicht hierher, sondern in den religiösen und spirituellen Bereich, mit dem ich mich in diesem Artikel nicht beschäftigen möchte.

 

Dein Leben ist von dir selbst geschaffen – übernimm volle Verantwortung

Der erste Schritt besteht in der 100prozentigen Akzeptanz der Realität. Es nützt uns letztlich überhaupt nichts, wenn wir uns die Wirklichkeit schönreden und nicht wahrhaben wollen, was sich uns im Leben bietet. Wenn wir Leid erfahren, dann ist das Leid, wenn wir frustriert sind, ist das Frust und wenn wir uns ärgern, dann ist das Ärger und egal wie sehr wir uns auch einen anderen Zustand wünschen, wird sich objektiv doch nichts ändern.

Es ist eine Einsicht, zu der wir uns durchringen müssen, dass das Leben, das wir führen von uns selbst geschaffen wurde. Erfahrungsgemäß gehört dies zu den schwierigsten Dingen überhaupt, denn einerseits will unser eigenes Ego kaum etwas davon wissen, dass die unangenehmen Dinge im Leben auf uns selbst zurückzuführen sein sollen (bei den positiven sieht es freilich ganz anders aus), und andererseits unterstützt uns die „Welt“ in diesem Glauben auch noch. Schließlich leben viele unserer Mitmenschen ganz gut davon (viele sogar hauptberuflich), dass wir jemanden suchen, den wir für unser Leid verantwortlich machen können.

Es ist ein Kennzeichen eines reifen erwachsenen Menschen völlige Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und die kindliche Position des „Beschuldigens“ anderer aufzugeben. Dies zu akzeptieren ist alles andere als leicht und oft sehr schmerzhaft. Trotzdem hat die Wahrheit eine befreiende Wirkung, die, wenn man sich einmal an sie gewöhnt hat, man nicht mehr missen möchte.

 

Die Geisteshaltung

Nachdem wir erkannt und akzeptiert haben, das wir selbst die Schöpfer unseres Schicksals sind (bereits Sigmund Freud meinte, wie viele vor ihm, dass des Menschen Charakter sein Schicksal sei), können wir zu einem weiter Schritt übergehen, der essentiell für die eigene Lebensgestaltung ist. Dieser Schritt gehört zu den wichtigsten, die wir im Leben überhaupt machen können und auch müssen, wenn wir glücklich. mehr noch jedoch, wenn wir erfolgreich sein wollen. Es ist jene sich selbst als der Schöpfer seines eigenen Schicksals zu betrachten. Es gibt bezüglich des Schicksals grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wie Menschen dazu stehen können. Die erste Gruppe sieht den Menschen als primär von äußeren Kräften beherrscht, Kräften auf die der einzelne keinen Einfluss habe. Die zweite Gruppe geht davon aus, dass das Leben selbst gestaltbar sei und dass letztlich jeder selbst für alles Verantwortung tragen müsse. Es gibt eine Tendenz, dass erfolglose Menschen der ersten, erfolgreiche Individuen hingegen der zweiten Gruppe anhängen. Da stellt sich natürlich die Frage ob hier die Philosophie die Ursache oder bereits die Folge der Lebenserfahrung ist. In Wirklichkeit ist das eine vom anderen nicht zu trennen. Die Erfahrung wirkt auf die Einstellung ein und die Einstellung wiederum auf die Erfahrung. Das Problem jedoch ist dass die Erfahrungen nicht direkt in unserer Hand liegen, die Einstellung allerdings schon. Hier haben wir also den „Hebel“ anzusetzen, wenn wir etwas in unserem Leben verändern wollen.

Am interessantesten jedoch ist es Menschen zu beobachten, die einen Wechsel ihrer Geisteshaltung vorgenommen haben und welche Erfahrungen sich daraus ergeben haben. Wie hat sich das Leben eines Menschen verändert, wenn sich seine Geisteshaltung geändert hat? In Bezug auf unsere Thema hier: Wie verändert sich das Leben eines Menschen, wenn er von der Ansicht sein Leben werde von anderen und den Umständen bestimmt zu jener übergeht zu glauben sein Leben selbst zu bestimmen?

Tatsächlich stellen sich hier regelmäßig enorme Änderungen in der Lebenserfahrung ein. Und zwar, und das ist das Entscheidende im positiven Sinne! Dies bezieht sich jedoch keinesfalls nur auf die Art wie jemand denkt, fühlt und wie er sein Leben neu interpretiert, sondern vor allem auf die objektiven Erfahrungen, die jemand macht. Es wäre ja in Bezug auf die Wahrheit nicht viel gewonnen, wenn jemand seine Lebensmisere einfach positiver interpretieren würde. An den Fakten änderte sich dadurch nicht das Geringste, lediglich an der „Gefühlschraube“ wäre gedreht worden.

Im Ergebnis kann man also sagen: Durch die Änderung der Geisteshaltung ändern sich die objektiven Lebensumstände eines Menschen! Die Ansicht sein Leben selbst zu bestimmen zu entwickeln gehört zu den mentalen Künsten, die erfolgreiche Menschen auszeichnet.

Deshalb merken wir uns auch: Es gibt keine Opfer, nur Freiwillige!

 

Sich die Dinge nehmen

Aus dem oben Gesagten ergibt sich ein weiterer wichtiger Punkt: Wenn wir im Leben darauf warten, dass uns die Dinge schon gegeben werden, werden wir meist sehr lange warten. Das Leben an sich tut überhaupt nichts, es sind unsere Handlungen, die uns das „Gute“ bescheren. Deshalb ist es wichtig, dass wir, sollten wir bisher noch eine passive Haltung diesbezüglich eingenommen haben, diese ändern und „umsatteln“ auf die Einstellung, dass wir uns die Dinge im Leben nehmen müssen, die wir haben wollen. Das soll keinesfalls eine Aufforderung zu asozialem Verhalten sein, denn ein gutes Verständnis mit den Mitmenschen ist Teil eines guten Lebens, sondern eine Aufforderung ein aktives, selbst bestimmtes Leben zu führen.

Das sind einige Überlegungen, die sich teilweise aus meiner eigenen Lebenserfahrung, mehr noch jedoch aus jener vieler anderen Menschen ergeben hat. Es handelt sich also um mehr als um eine „Ansammlung von Anekdoten“, die die Grundlage für sie liefern. Doch ob sie zutreffen oder nicht kann jeder selbst in seinem Leben ausprobieren und erfahren. Und genau das solltet Ihr nun auch tun!

 

Euer O. M.

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