Do your bestNein, das wird heute kein religiöser Post werden, auch wenn er sich mit Glauben beschäftigt, jedoch unabhängig davon ob er mir religiösen Konzepten verbunden ist oder nicht. Glauben im weiteren Sinne hat damit zu tun, dass wir bereit sind etwas für wahr zu halten auch dann wenn wir mit den Mitteln des Verstandes nicht zu einer eindeutigen Antwort gelangen können.

So sehr wir uns im Leben auch anstrengen mögen, wir haben niemals eine hundertprozentige Garantie auf Erfolg, ganz egal ob wir alles richtig machen oder nicht. Es bleibt in jeder Situation im Leben noch ein Rest übrig, der mal größer, mal kleiner ist, den wir aber niemals aus unserer „Gleichung“ entfernen können. Es ist richtig, dass wir uns auf uns selbst verlassen sollen und dass wir immer unser Bestes geben, doch für alles, was darüber hinausgeht, sind wir unmöglich verantwortlich. Letztlich trifft dies auf jeden Erfolg im Leben zu – es gibt zumindest ein Quäntchen, das nicht von uns selbst herrührt, etwas, das noch von „außen“ hinzutreten muss. Viele sind sich dessen nicht bewusst und für wieder andere ist es geradezu eine Beleidigung ihrer selbst nicht alles zu hundert Prozent selbst zu bestimmen und herbeizuführen. Trotzdem können wir nicht abstreiten, dass wir alle irgendwann an unsere Grenzen gelangen und wenn das der Fall ist, dann stellt sich die Frage: Was nun? Bei all unserer Kraft, unserem Wissen und unseren Fähigkeiten, wir können im Leben nicht umhin ein Vertrauen auch in eine Kraft jenseits von uns zu entwickeln, die uns im Leben „trägt“. Diese Kraft mag je nach Glaube und Weltanschauung unterschiedlich benannt werden: Gott, das Universum, Transzendenz etc. doch für die meisten Menschen wird irgendwann in ihrem Leben klar, dass es etwa Derartiges gibt und dass es sich dabei nicht um Wunschvorstellungen, Projektionen oder bloße Phantasie handelt. Ich schlage deshalb vor, dass wir einen pragmatischen Zugang dazu wählen, denn für unser Glück und unseren Erfolg ist die Beantwortung der Frage nach dem „Größeren“ entscheidend.

 

Vorteile des Vertrauens in etwas Größeres als uns selbst

In erster Linie verhindert ein Glaube an etwas, das uns selbst und all das, was wir kontrollieren können übersteigt, dass zu Kontroll-Freaks werden.

Ein anderer Vorteil besteht darin demütig zu sein und zu bleiben. Demut hat nichts mit Erniedrigung, einer Dienerhaltung oder einem geringen Selbstwertgefühl zu tun. Ganz im Gegenteil, es braucht ein ordentliches Maß an Mut sich einzugestehen, dass es Dinge gibt, die die eigene Kontrolle übersteigen.

Ebenso wird uns der Glaube an etwas Größeres nicht nur über unsere eigenen Grenzen hinausführen können, sondern auch eine Verbindung herstellen zwischen uns und eben diesem „Größeren“. Wir sind dann nicht mehr vereinzelte „Atome“ in einem chaotischen Universum, sondern sind sozusagen „eingeordnet“ und können aus dieser Ordnung heraus viel besser erkennen was unsere Bestimmung, unsere Ziele und unsere Werte im Leben sind. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass wir nicht mehr alles im Leben so bierernst nehmen müssen. Wir erkennen unser eigenes Leben aus einer höheren Perspektive heraus, sowohl räumlich als auch zeitlich, und damit fällt eine ganze Menge an Last von unseren Schultern ab, die einen Menschen, der sich selbst für das Zentrum des Universum hält, früher oder später erschlagen kann. Wir brauchen uns nur einmal anzusehen, was mit denjenigen Gestalten geschehen ist, die zu Lebzeiten als große „Stars“ gefeiert wurden, die als „wichtig“ angesehen wurden, nachdem sie verstorben sind. Doch manche sind sogar schon „gestorben“, obwohl sie physisch noch am Leben sind. Die Einsicht, dass sich das Universum nicht um uns dreht, befreit uns von der Last des Egos, denn um nichts anderes handelt es sich im Grunde, wenn wir meinen alles würde sich nur um uns drehen. Paradoxerweise werden wir viel effizienter, erfolgreicher und sogar glücklicher, wenn wir den „Selbstwahn“ aufgeben und das tun, wozu wir wirklich geboren sind und unsere „Mission“ erfüllen, sozusagen.

 

Woher nimmt man das Vertrauen?

Um es gleich vorweg zu sagen: Vertrauen ist nicht leicht, weder in sich selbst noch in andere. Man darf sich jedoch nicht abschrecken lassen, wenn man in seinem Leben nur über wenig Vertrauen verfügt, sei es in sich selbst, in andere oder gar in übergeordnete „Kräfte“. Sicherlich gibt es Leute, die von ihrer Natur her mehr zum Vertrauen neigen als andere, auch spielt die Erziehung und die Lebenserfahrung eine entscheidende Rolle (die frühkindlichen Bindungen diesbezüglich sind sehr wichtig und diese Tatsache ist inzwischen allgemein bekannt). Das heißt jedoch nicht, dass man sich damit entschuldigen könnte, wenn es um das eigene Vertrauen nicht zum Besten bestimmt sein sollte.

Die gute Nachricht ist, dass Vertrauen erlern- und trainierbar ist. Die weniger gute Nachricht besteht darin, dass dies Zeit und Anstrengung kostet. Ein Fünkchen Vertrauen muss natürlich schon von Anbeginn an vorhanden sein, denn ansonsten würden wir uns nicht einmal daran machen das Training des Vertrauens anzugehen.

Wenn es uns gelingt Vertrauen in etwas Größeres als uns selbst zu entwickeln, dann fühlen wir uns eingebettet in einen viel größeren Rahmen und dieses Wissen erweitert unsere Sicht auf die Welt und gibt uns die Möglichkeit nicht nur einer ganz anderen Selbstwahrnehmung, sondern auch auf ein weitaus erfüllteres Leben.

 

Schlussgedanken

Weihnachten und das neue Jahr stehen vor der Türe – es ist die Zeit, die oft zu einem intensiveren Nachdenken über das eigenen Leben, die eigenen Ziele und Werte genutzt wird. Zudem ziehen viele um diese Jahreszeit eine Art von Bilanz über das abgelaufene Jahr oder über einen noch längeren Zeitraum. An sich ist das keine schlechte Idee, doch schlage ich vor damit erst nach Weihnachten zu beginnen. Einerseits ist das Fest an sich schon stressig genug und andererseits könnten manche Einsichten einem die Freude verderben. Wir dürfen uns von uns selbst nicht alles gefallen lassen! Diese Weisheit von Viktor Frankl kann uns viele gute Dienste leisten und gleichzeitig dafür sorgen, dass wir eine gewisse Distanz zu uns selbst gewinnen können und unseren Humor nicht verlieren. In diesem Sinne:

Eine schöne Zeit und genießt die Weihnachtsfeiertag!

Euer O. M.

P.S.: Zurzeit erscheinen auf meinen Blog weniger Beiträge als in den Monaten zuvor.. Das ist darauf zurückzuführen, dass ich momentan völlig damit eingedeckt bin mein erfolgreiches Buch „Freiheit, Macht, Erfolg“ ins Englische zu übersetzen. Es wird noch in diesem Jahr erscheinen und auf Amazon als e-Book verfügbar sein. Deshalb bitte ich um Verständnis, wenn der Dezember ein „schwächerer“ Monat werden wird. Ab Jänner werde ich jedoch in alter Gewohnheit wieder mehrerer Beiträge veröffentlichen.

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