46925249-self-improvement-or-help-or-improve-yourself-conceptVon Arbeit an sich selbst zu sprechen ist eine Sache, es auch zu tun eine andere. Oft hängt das auch damit zusammen, dass wir zwar bestimmte Bereiche identifizieren, die eine Verbesserung vertragen könnten, jedoch blind sind für andere Gebiete, die möglicherweise für unser Leben noch viel entscheidender sein könnten. Grundsätzlich gibt es zwei solcher Gebiete, die uns darüber Auskunft geben, wo wir an und arbeiten können, wobei das eine für gewöhnlich viel mehr beachtet wird als das andere.

Auf der einen Seite haben wir das äußere Feedback, das sind die Reaktionen der Umwelt, vor allem anderer Menschen, auf unsere Handlungen – kurz unsere Lebensergebnisse, die uns wie ein Spiegel vor Augen halten, ob wir in einer Sache erfolgreich sind oder nicht. Dieser Punkt ist offensichtlich und braucht in der Regel auch keine besondere Beachtung, wir tun das ohnehin, sofern wir nicht zur Verdrängung und Rationalisierung neigen. Hier möchte ich jedoch den zweiten großen Bereich ansprechen, der nicht so offensichtlich ist und deshalb auch meist unberücksichtigt gelassen wird: das innere Feedback.

Dieser Bereich setzt sich aus mehreren Aspekten zusammen. Diese sind:

  • Wo wir andere oder uns selbst belügen
  • Wo wir versuchen eine Rolle zu spielen
  • Wo wir ein starkes der Gefühl der Über- oder Unterlegenheit gegenüber anderen empfinden
  • Wo unsere Körper uns ein klares Zeichen dafür gibt, dass etwas nicht in Ordnung ist.

 

Uns selbst und andere belügen

In welchen Bereichen nehmen wir es mit der Wahrheit nicht so genau? Wo belügen wir andere beziehungsweise uns selbst – nicht unbedingt deshalb, weil wir schlechte Motive hätten, nein viel mehr sind es ganz andere Antriebe (einschließlich der Liebe und Schonung der anderen), die uns hier „fünf gerade sein lassen“. Und doch haben wir hier einen deutlichen Hinweis darauf, wo wir an uns selbst arbeiten sollten. Wir sind nämlich nur insofern freie Menschen, als dass das, was wir der Welt zeigen, dem entspricht, wer wir tatsächlich sind. Die Kultur verträgt nur ein eingeschränktes Maß an Authentizität, aber unsere Seele wird es uns nicht verzeihen, wenn wir eine Rolle spielen. Auf lange Sicht ist es deshalb weitaus besser dem sozialen Druck nach Anpassung zu widerstehen und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten auf uns zu nehmen, als angepasst aber unglücklich zu sein und eine Scheinexistenz in der Öffentlichkeit aufrecht zu erhalten.

 

Eine Rolle spielen

Dieser Punkt hängt eng mit dem ersten zusammen, hat aber nicht so sehr mit konkreten Unehrlichkeiten anderen gegenüber zu tun, sondern viel mehr mit einer falschen Existenz im Allgemeinen, die öffentlich zur Schau gestellt wird. Es ist viel mehr eine Art sich zu geben, ein grundsätzliches Verhalten im Umgang mit seinen Mitmenschen, etwas, das wir meist schon seit der Kindheit tun, ohne, dass uns dessen bewusst zu sein. Die meisten Rollen, die Menschen spielen, haben sie nicht selbst gewählt, sondern wurden ihnen einmal von anderen zugedacht und nun spielen sie diese immer weiter, ohne zu erkennen, dass es sich dabei nur um ein Schauspiel handelt. Shakespeare und Goethe wussten beide, dass Menschen im Grunde Schauspieler auf der Bühne des Lebens sind, doch was sie damit genau gemeint haben wird uns erst allmählich bewusst dadurch, dass unser psychologisches Wissen wächst und die geistige Evolution der Menschheit immer weiter (auch bewusst) voranschreitet.

 

Gefühle der Über- und Unterlegenheit (Minderwertigkeitsgefühle)

Überlegenheit- und Unterlegenheitsgefühle gehören zum Leben der meisten Menschen, Ursache dafür ist die krankhafte Sucht sich mit anderen zu vergleichen. In Wirklichkeit sind alle Menschen einzigartige Wesen, die überhaupt nicht miteinander verglichen werden können, jeder Vergleich ist willkürlich, jeder von uns ist ein Universum an und für sich und kann nicht einem Maßstab unterworfen werden, der ihn in ein Verhältnis zu einem anderen stellt. Jeder Vergleich ist lächerlich! Erst wenn wir das begriffen haben, können wird wirklich frei werden. Bis dahin können wir erkennen wo uns noch etwas fehlt, indem wir darauf achten wo wir uns als besser oder als schlechter als andere empfinden. Vor allem dürfen wir uns nicht an der Gesellschaft, den Medien, dem Staat oder sonstigen Institutionen orientieren, die permanent vergleichen. Sollen sie doch! Sie gehören ja nicht in die neue Zeit des 3. Jahrtausends. Deshalb haben sie uns auch nichts zu lehren. Wenn wir das einmal verstanden haben, ist die Welt für uns größtenteils ein lockeres Amüsement. Wir brechen dann frei von der Matrix (zu diesem Thema werde ich in Zukunft verstärkt schreiben).

 

Die Reaktionen des Körpers

Körper und Geist sind untrennbar miteinander verwoben, die alte Trennung zwischen den beiden, wie sie vor allem durch den Philosophen Réné Descartes im 17. Jahrhundert untermauert wurde, ist nach dem Stand des heutigen Wissens nicht mehr aufrechterhaltbar. Wir müssen heute anerkennen, dass die alte Einsicht der Antike „mens sana in corpore sano“ („ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“) seine volle Berechtigung hat und dass das eine nie ohne das andere betrachtet werden kann. Allerdings gibt es im Wechselspiel zwischen Körper und Geist ein Dominanzverhältnis, das eindeutig zugunsten des Geistes ausschlägt, so dass festgehalten werden muss, dass der Körper vor allem ein Ergebnis der Geisteshaltung ist und der direkte Einfluss des Körpers auf den Geist dahinter deutlich zurücksteht. Unser Körper verfügt über eine eigene Intelligenz (nicht nur das Gehirn), die uns jederzeit und zweifelsfrei sagen kann, was mit uns nicht stimmt, wo wir an uns arbeiten müssen. Die Erforschung des Körpers ist der Königsweg zur Heilung aller unserer Schwierigkeiten, gerade auch der psychischen Probleme! (Leuten wie Wilhelm Reich oder Alexander Lowen war dies schon lange klar geworden). Lerne es achtsam zu sein, jeden Teil deines Körpers bewusst wahrzunehmen und auf seine Botschaften zu hören – auf diese ist immer Verlass. Der Körper ist der erste und beste Indikator dafür, dass mit unserer Lebensführung etwas nicht in Ordnung ist. Jede Störung, jede Krankheit beginnt mit einem Angriff auf unsere Immunsystem und einer daraus entstehenden Entzündung. Diese weiten sich dann immer mehr aus, bis die Ergebnisse auch auf einer Makroebene spür- und feststellbar werden. Eine Möglichkeit durch bewusstes Training des Körpers durch Atmung, Kältetherapie und andere hat der Holländer Wim Hof gefunden – siehe dazu eine sehr interessante Dokumentation bzw. ein TEDx-Talk (Amsterdam).

 

Conclusio

Überall dort wo wir nicht unserer Mission folgen, wo wir nicht aus unserem einzigartigen, wahren Kern heraus leben, sondern eine Maske tragen, gesellschaftliche Erwartungen erfüllen und damit unserem eigenen Wesen Gewalt antun, dort sind die Gebiete auf denen wir an uns selbst arbeiten müssen!

Denkt über diese Worte nach, sie sind nicht ohne Tiefgang geschrieben worden und wenn Ihr Euch auf die Wahrheit konzentriert, die in jedem von Euch liegt, dann braucht Ihr Euch nicht mehr von der Welt nicht mehr täuschen und irritieren zu lassen, sondern könnt aus Eurem wahren Sein heraus leben. Und um nichts anderes geht es in Wahrheit im Leben!

 

Euer O. M.

Photo: 123rf.com – Royalty Free Stock Photos

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