43007955-businessmen-handshaking-after-signing-contractWir alle kennen den Spruch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Dies ist sicherlich eine zynische Ansicht und wie immer beim Zynismus steht im Hintergrund die Angst. Es bleibt aber doch die Frage, ob nicht eine gewisse Berechtigung gegenüber dem Misstrauen übrig bleibt, wenn man sich die Lebenserfahrung anschaut, ob nicht die Gefahr jemandem zu vertrauen zu groß ist, als dass man sich nicht durch eine negative Haltung davor schützen muss. Diesem Impuls müssen wir entgegenwirken, denn auf Angst zu bauen zahlt sich im Leben kaum einmal aus. Ich schlage deshalb einen besseren Weg.

 

Die Notwendigkeit zu vertrauen

ohne Vertrauen kann keinen Gesellschaft bestehen und ohne Vertrauen kann auch niemand in seinem Leben erfolgreich sein. Wer niemandem vertrauen kann, der vertraut zumindest darauf, dass er niemandem vertrauen kann, aber Erfolg darf sich eine solche Person niemals erwarten. Es wäre also Unsinn sich auf diesen Pfad zu begeben. Pessimismus gibt uns nur eine vermeintliche Sicherheit, in Wahrheit ist er ein Pfad zum „Hölle“. Die großen Führer der Geschichte waren allesamt Menschen, denen wir vertraut haben, selbst dann wenn dieses Vertrauen sich später als nicht gerechtfertigt herausstellte. Niemand kann Menschen führen, dem nicht vertraut wird und niemand kann in irgendeinem Bereich erfolgreich sein, wenn niemand ihm vertraut.

Gerade im Geschäftsleben ist nicht Geld, sondern das Vertrauen die einzig wahre Währung. Wir schließen Geschäft mit jemandem ab, dem wir vertrauen, unabhängig davon über welche Finanzkraft die Person verfügt. Vertrauen ist die Bereitschaft verwundbar zu sein, ein Risiko einzugehen und solches erfordert stets Mut. Feige Menschen sind zu Vertrauen nicht in der Lage und das ist auch die eigentliche Ursache dafür, warum sie erfolglos sind.

 

Welches Vertrauen Sinn macht

Über Vertrauen wurde schon vieles geschrieben und es scheint so zu sein, als ob es sich dabei um ein sehr schwieriges Thema handelte, über das große Uneinigkeit herrschte. In Wirklichkeit ist die Sache weitaus einfacher als man glauben möchte – erschreckend einfach, wenn man genau hinschaut. Umso erstaunlicher ist es, dass wir uns damit oft so schwer tun. Im Ergebnis sind es drei, und zwar nur drei Faktoren, die dazu führen, dass Menschen einem anderen vertrauen. Wenn alle diese drei Faktoren berechtigt sind, weil sie sorgfältig überprüft wurden, dann ist es höchst empfehlenswert der jeweiligen Person zu vertrauen. Diese Drei Faktoren sind:

  • Kompetenz
  • Authentizität
  • Wohlwollen uns gegenüber

 

Kompetenz

Darunter versteht man die Fähigkeiten und das Wissen, das jemand besitzt. Ist die Person in der Lage das zu tun, was sie uns verspricht? Hier geht es nur teilweise um die formelle Ausbildung, denn wir alle wissen, dass ein Diplom noch nichts mit tatsächlich vorhandenen Fähigkeiten, und nicht einmal Wissen, zu tun hat. Der entscheidende Punkt hier ist die Erfahrung. Auch der Ruf spielt eine entscheidende Rolle, ist jedoch, aufgrund der subjektiven Prägung, immer mit Vorsicht zu betrachten.

 

Authentizität

Lebt ein Mensch nach den Werten, die er selbst vorgibt, oder handelt es sich um einen Gesellen, der „Wasser predigt und Wein trinkt“, wie ein klassisches Sprichwort und lehrt? Das ist nicht immer leicht herauszufinden, wird jedoch besonders durch die Erfahrungen, die wir selbst oder andere, denen wir vertrauen, gemacht haben, bewirkt.

 

Wohlwollen uns gegenüber

Fähigkeiten, Wissen und auch Authentizität reichen jedoch noch nicht aus, es ist auch entscheidend herauszufinden, wie ein anderer zu uns steht. Vertrauen können wir einem anderen nur dann, wenn er auch unsere Interessen im Auge hat. Jemand, der uns etwas verkaufen möchte, mag zwar kompetent sein, auch nach seinen Werten leben, doch nicht im geringsten an unserem Wohl interessiert sein, sondern lediglich an seinem eigenen Profit interessiert sein. Einem solchen Menschen dürfen wir nicht vertrauen, auch dann nicht, wenn die anderen Voraussetzungen vorhanden sind. Hier geht es vor allem darum, dass der andere nicht von seinem Ego getrieben wird, sondern eine „soziale Ader“ hat, wie man so schön sagt. Seine Mitmenschen sind ihm wichtig und er ist bereit den anderen als ein Zweck an sich und nicht einfach als Mittel zur Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse zu sehen. Darauf kommt es im Kern an.

 

Vorsicht! unsere tierische Natur kann uns leicht in die Irre führen

Wir müssen Acht geben, dass wir nicht bestimmten Autoritäten erliegen, deren vermeintliche Vertrauenswürdigkeit darauf beruht, dass sie über bestimmte Eigenschaften verfügen, die uns Menschen aufgrund unserer genetischen Prägungen dazu bringen ihnen zu vertrauen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es vor allem drei Charakteristika sind, die uns automatisch dazu bringen jemandem mehr zu vertrauen und als Autorität anzuerkennen:

  • Körpergröße
  • Graue Haare (vor allem bei Männern)
  • Eine tiefe Stimme

Vom rationalen Standpunkt aus betrachtet mögen all diese Dinge nichts mit Vertrauenswürdigkeit zu tun haben und dennoch haben sie einen großen Einfluss auf das tatsächliche Verhalten von uns Menschen. Jahrtausende der Menschheitsgeschichte haben sicherlich dazu beigetragen, dass unser kollektives Unbewusstes von solchen Dingen durchdrungen ist, doch als Menschen des 21. Jahrhunderts dürfen wir uns nicht mehr von ihnen leiten lassen. Untersuchungen haben gezeigt, dass große Menschen eher als Führer anerkannt werden, als körperlich kleine Leute. Graue Haare stehen für Weisheit und eine tiefe Stimme beruhigt uns mehr und scheint deshalb auch überzeugender zu sein, ebenso wie ein langsameres Sprechtempo. Dies gehört sicher zu den schwierigeren Punkten im Umgang mit anderen Menschen, denn diese Dinge laufen unbewusst ab und nur unsere Kenntnis dieser Umstände kann uns davor retten, dass wir jemandem auf den Leim gehen, der einfach über die richtigen genetischen Voraussetzungen verfügt unser Vertrauen zu gewinnen, ohne dabei die wirklich entscheidenden Eigenschaften aufzuweisen.

 

Conclusio

Wenn Authentizität, Kompetenz und Wohlwollen uns gegenüber zusammentreffen, dann haben wir allen Grund einem anderen zu vertrauen. In diesem Fall wäre es sogar fahrlässig einem anderen gegenüber misstrauisch zu sein, denn dann würden wir uns selbst damit mehr schaden als nützen. Es ist wichtig dies zu erkennen, denn am Ende ist unser Erfolg und unser Glück im Leben stark davon abhängig, wie wir mit anderen auskommen und kooperieren und die Fähigkeit anderen zu vertrauen ist eine unabdingbare Fähigkeit, die wir dabei aufweisen müssen.

 

Euer O. M

 

Photo: 123.rf.com – Royalty Free Stock Photos.

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