9441835-head-illuminated-by-the-energy-of-the-brain-concept-of-thinking-the-power-of-mindUm sich im Leben orientieren zu können ist es wichtig zu verstehen welchen Einflüssen man ausgesetzt ist. Neben den äußeren Einflüssen, denen gegenüber man wachsam sein sollte, gibt es auch innere Stimmen, die uns zu Gedanken, Gefühlen und Handlungen veranlassen wollen. Doch nicht all diese Stimmen kommen wirklich von uns selbst (zumindest nicht von dem, was wir als „Ich“ wahrnehmen, dem Bewusstsein, das im Wesentlichen im höchstentwickelten Teil unseres Gehirns – dem präfrontalen Kortex – entsteht; manche entstammen einer Programmierung unseres Geistes, andere wiederum Einflüsterungen aus den primitiven Bereichen unseres Gehirns, die nichts weiter wollen als irgendwelchen Begierden oder Ängsten nachzugeben. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir in der Lage sind zwischen diesen verschiedenen „Geistern“ in unserem Kopf zu unterscheiden (die Unterscheidung der Geister ist ja bekannterweise bereits ein wichtiges Thema in der Bibel).

Es gibt drei Komponenten, die Einfluss nehmen auf unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen, alle drei entspringen verschiedenen Regionen im Gehirn. In einem untrainierten Geist befinden sich diese drei im Konflikt miteinander und es sind auch diese drei oft widersprüchlichen Komponenten, die zum größten Teil für die Probleme des Menschen in seinem Leben verantwortlich sind. Diese drei Komponenten sind nun: 1.) das innere Tier, 2.) das Unbewusste und 3.) das Selbst.

 

Das innere Tier

Jeder von uns verfügt über ein „inneres Tier“ einen hochemotionalen und chaotischen Teil, der dem limbischen System im Gehirn entspringt und sich ausschließlich von Aktion und Reaktion leiten lässt. Es ist dies der emotionale Teil von uns, der im Wesentlichen von Gier und Angst getrieben wird. Hier findet sich auch der bekannte „Kampf-und-Flucht-Reflex“, der bei jeder realen oder auch nur imaginierten Gefahr aktiv wird.

Dieses innere Tier ist weitaus stärker als unser bewusstes Ich. Ein Kampf gegen diesen Teil auf direktem Weg (Kampf der Willenskräfte) ist sinnlos, deshalb müssen wir sehr klug vorgehen, wenn wir uns nicht von den Emotionen steuern lassen wollen. Diese Geisteskomponente reagiert äußerst empfindlich auf alles, was in unserem Leben geschieht, vor allem aber auf unsere Lebenserfahrungen und die Einflüsterungen anderer Menschen, der Medien, kurz: der Umwelt. Das innere Tier drängt zu sofortigen, nicht überdachten und reflektierten Handlungen.

 

Das Unbewusste

Das Unbewusste ist vor allem für unsere Automatismen zuständig, für all jene Gedanken, die zu Handlungen führen, die wir oft nicht bemerken und, die wir an unseren Routinen erkennen. Das Unbewusste ist ein riesiger Speicher mit unzähligen Informationen, die schon seit unserer Geburt dort festgehalten werden. Unsere Erfahrungen, Überzeugungen und Glaubenssätze, alles was wir für richtig oder falsch halten, ist dort abgelegt. Das wäre an sich noch kein Problem, wenn nicht ein großer Teil dieses Unbewussten als Halbwahrheit, Lügen und allerhand Botschaften bestünde, die uns im Leben nicht weiterbringen, ja nur allzu oft unser Glück und unseren Erfolg sabotieren. Das Unbewusste ist passiv und gibt wie ein Computer nur das wieder womit es gefüttert wurde. Nachdem aber der Großteil unseres Lebens von ihm gesteuert wird, ist es wichtig dafür zu sorgen, dass diese Programmierung zu unserem Vorteil ist (vor allem ohne „Viren“, „Adware“ und „Malware“) und bei den allermeisten Menschen ist das nicht der Fall. An der Programmierung des Unbewussten ist einerseits das innere Tier andererseits unser Bewusstsein beteiligt. Überall dort, wo uns das Unbewusste behindert, hat das innere Tier einen „Unfug“ programmiert, unter anderem durch den Einfluss von außen (andere Menschen etc.).

 

Das Selbst

Das ist jener Bereich, den wir als „Ich“ wahrnehmen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um unser Bewusstsein und unseren rationalen Verstand, mit dem sich die meisten Menschen identifizieren. Dieser Bereich entsteht im Frontallappen des Gehirn, jenem höchst entwickelten Bereich unseres Denkapparates, der uns zu Menschen macht: unser bewusstes Denken, Planen, die Selbstkontrolle, die Empathie, all diese Dinge machen diesen Bereich aus. Wenn dieser Bereich unser Leben beherrscht, dann sind wir glücklicher, erfolgreicher, sozialer, empathischer und überhaupt viel mehr Mensch, als es für gewöhnlich der Fall ist. Dieser Bereich ist zwar äußerst klug, aber er ist im Verhältnis zu der automatischen Steuerung und zu den Emotionen wenig durchsetzungsstark (meist nehmen wir dies als Willensschwäche wahr – „Der Geist ist willig aber das Fleisch ist schwach“ und dergleichen). Das ist aber nicht unsere Schuld und wir sollten uns deshalb auf keinen Fall selbst kasteien.

 

Die entscheidende Frage

Wie können wir nun herausfinden, ob ein Gedanke, ein Gefühl wirklich von uns kommt? Es ist zwar so, dass sowohl das innere Tier, als auch unser Unbewusstes mit dem Bewusstsein verbunden sind und sozusagen in unseren rationalen inneren Dialog „hineinfunken“, dennoch ist es leicht zu erkennen, mit welcher „Stimme“ wir es gerade zu tun haben. Dazu müssen wir uns nur eine einzige Frage stellen:

Will Ich das wirklich?

Mit dieser einfachen Frage, ehrlich und aufrichtig gestellt, scheiden sich die Geister und wir erkennen ganz klar, ob etwas einfach nur einer Programmierung aus dem Unbewussten oder dem chaotischen inneren Tier entspringt. Was dann noch übrig bleibt, das kommt wirklich von uns, darauf sollten wir dann hören.

Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass es so etwas wie unkontrollierte Gedanken überhaupt nicht gibt. Wenn wir nicht bewusst unsere Gedanken steuern, dann tun es andere. Dann aber brauchen wir uns nicht zu beklagen, wenn sich die Dinge nicht so entwickeln, wie wir es wünschen.

 

Euer O. M.

 

Photo: 123rf.com – Royalty Free Stock Photos

 

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