24249529-no-time--power-yoga-oeeditation--digital-graphic-compilation-computer-drawing-elementsDas Leben besteht aus unzähligen Entscheidungen, Beobachtungen, Handlungen, Überzeugungen und Glaubenssätzen. Alle zusammen ergeben ein komplexes Gebilde, das zu entschlüsseln und zu verstehen Gegenstand und Aufgabe vieler Wissenschaften geworden ist. Doch trotz all der mannigfaltigen Faktoren, die zu unserem Leben beitragen, gilt doch auch für den Menschen, wie für alle komplexen Systeme, dass es nur wenige Hauptfaktoren sind, die den allergrößten Teil unseres Lebens bestimmen. Nur eine Handvoll Faktoren bestimmt über 90 Prozent unseres Lebensschicksal, die übrigen (uns seien es aus hunderte) machen nicht mehr als zehn Prozent aus. Es geht also vorrangig darum diese Hauptfaktoren herauszufinden und sie zu handhaben zu wissen.

Ich möchte Euch heute einen solchen Faktor vorstellen. Dabei geht es um die grundlegende Betrachtungsweise des Verhältnisses von uns als denkende Individuen zu unseren Mitmenschen und zum Universum als ganzem.

 

Der alles entscheidende Unterschied

Unser Bewusstsein lässt uns uns selbst als selbständige Individuen wahrnehmen, die über eine eigene Existenz und einen eigenen Willen verfügen. Wir beobachten die Welt und erkennen, dass diese uns gegenüber gleichgültig zu sein scheint; wir können keine Individualität in den Objekten der Welt erkennen, allerdings in anderen Menschen, wie in uns selbst. Was jedoch das Entscheidende ist, ist die Wahrnehmung von Trennung, von Abgetrenntsein von anderen. Diese Erfahrung, die bereits das kleine Kind macht, führt automatisch zu Angst, Angst vor einem Verlust von den Personen und Dingen, die zu unserem Überlegen notwendig sind. Je nach Lebenserfahrung und Interpretation dieser Erfahrungen, entwickeln Menschen verschiedene Ansichten darüber, wie sich die Welt uns gegenüber verhält und welchen Einfluss wir auf sie haben.

Es gibt grundsätzlich nur zwei Betrachtungs- und Interpretationsweisen des Lebens und der Dinge, die einem dabei widerfahren:

  1. Unser Schicksal wird von äußeren Kräften bestimmt. Ich bin machtlos und der Gnade von größeren Kräfte, als ich es bin, ausgeliefert. Das Universum ist von mir getrennt, hat seine eigenen, von mir nicht beeinflussbaren, Gesetze. Ich bin diesem Universum ausgeliefert und haben zu akzeptieren was geschieht, ungeachtet dessen, ob es mir gefällt oder nicht.
  2. Ich bin der Schöpfer meiner Welt und meines Schicksals. Was mir im Leben widerfährt ist auf mich selbst zurückzuführen, aller Erfolg und aller Misserfolg kommt nur von mir alleine und von keinem anderen, keinem Universum oder sonst irgendeiner höheren Kraft.

In der Praxis werden diese beiden extremen Positionen in Reinform von fast niemandem vertreten. Die meisten befinden sich irgendwo dazwischen. Wir fühlen uns zwar nicht allmächtig und gehen davon aus, dass wir alles beeinflussen könnten, auf der anderen Seite glaubt aber auch kaum einer völlig machtlos zu sein und den äußeren Kräften völlig ausgeliefert zu sein, ohne die Möglichkeit der Veränderung durch eigenes Handeln. Und genau das bestimmt auch das Leben des durchschnittlichen Menschen. Otto Normalverbraucher ist kein „Verlierer“, aber er ist auch kein „Gewinner“, sondern befindet sich irgendwo dazwischen – Psychologen sprechen teilweise auch von „Nichtgewinnern“ (z.B. Eric Berne).

Interessant ist zu beobachten, dass Menschen, die in ihrem Leben wenig erfolgreich sind, sehr stark zur ersten Ansicht tendieren, wohingegen die Erfolgreichen meist von der zweiten Ansicht ausgehen. Man könnte nun argumentieren, dass das jeweilige Paradigma von der eigenen Lebenserfahrung abhängt und dass Menschen Erfolg eher sich selbst, Misserfolg aber eher einem anderen oder den Umständen (also Kräften außerhalb von sich selbst) zuschreiben. Könnte es aber nicht gerade umgekehrt sein? Nämlich, dass das Paradigma für die Lebenserfahrung verantwortlich ist und nicht die Lebenserfahrung für das Paradigma?!

Vieles spricht für diese zweite Ansicht und zwar gerade deshalb, wenn man sich Fälle von Menschen ansieht, die in ihrem Leben den Paradigma von der Opfer- zur Schöpfersicht vorgenommen haben (meist handelt es sich dabei um „Spätblüher“ und Leute, deren Erfolg erst später im Leben kam – jene, die ihr Paradigma aus ihrer Kindheit beibehalten haben sind sich meist nicht bewusst, wie ihre Weltsicht entstanden ist). Den Paradigmenwechseln vom Opfer zum Schöpfer vorzunehmen, zahlt sich in jedem fall aus, es herrscht kein Zweifel daran, dass damit die Erfahrung des Lebens eine ganz andere wird. Aber das ist noch lange nicht alles: es ist ja nicht nur die Interpretation der Ereignisse sich ändern, sondern auch die objektive Erfahrung. Die Änderung des Paradigmas ändern die Lebenserfahrung auf einer objektiven Ebene! Und genau das ist der eigentliche Wunsch aller Menschen. Selbst der eingefleischteste Pessimist glaubt durch seine Lebensphilosophie für sich das Beste aus dem Dasein herauszuholen – auch wenn er objektiv gesehen einem Irrtum unterliegt.

Es ist richtig, dass wir Menschen Individuen sind, aber das bedeutet nicht, dass wir losgelöst von anderen existieren würden. Wir dürfen nicht den Fehler machen Freiheit und Unabhängigkeit mit Unverbundenheit zu verwechseln! In dieser Welt sind wir alle miteinander verbunden und niemandes Schicksal ist völlig losgelöst von dem der anderen. Um was es in Wahrheit geht ist Interdependenz, die wechselseitige Verbundenheit, ohne dabei in Abhängigkeit (was von den meisten als „Knechtschaft“ oder gar als „Sklaverei“ interpretiert wird) zu geraten. Das Paradoxon besteht nämlich gerade darin, dass je intensiver wir mit der Welt verbunden sind, desto mehr Freiheit genießen wir und zwar nicht durch Unabhängigkeit, sondern durch wechselseitige Verbundenheit (für Details siehe meinen Artikel dazu).

 

Triff die richtige Entscheidung

Wie ich bereits in einem früheren Post geschrieben habe, hängt die Qualität unseres Lebens von unserem Bewusstsein ab. Unser eigener Geist ist es, der entweder unsere bester Freund oder unser größter Feind werden kann. Eines ist jedoch gewiss: wir können nicht ohne unseren Geist sein, er begleitet uns unser ganzes Leben lang und es macht viel mehr Sinn mit ihm auf gutem Fuß zu stehen, als gegen ihn anzukämpfen.

Sein Leben zu ändern ist ein Wunsch von vielen, doch die meisten Versuche dies zu erreichen scheitern in der Praxis. Warum das so ist und was Ihr dagegen tun können, könnt Ihr in meinem Artikel zur dauerhaften und erfolgreichen Lebensveränderung nachlesen. Verwende die darin angeführten Informationen, um eine der wichtigsten Entscheidungen Deines Lebens zu treffen:

Entscheide Dich ganz bewusst, ohne „Wenn“ und „Aber“, dazu der Schöpfer deines Lebens, der Meisters Deines Schicksals, zu sein!

Lehne es entschieden ab dem Leben auf irgendeine andere Art zu begegnen!

Es ist wichtig diese Entscheidung ganz bewusst zu treffen und völlige Verantwortung für alles zu übernehmen, das man im Leben erfährt. Paradoxerweise bedeutet die Übernahme der totalen Verantwortung des Lebens keine besondere Last, sondern bringt ganz im Gegenteil eine Befreiung mit sich. Es ist zwar verführerisch sich als Opfer der Umstände zu fühlen und die Verantwortung anderen zuzuschieben, doch Verantwortung ist eine Sache, die einen selbst stärkt – es ist ein Unding Verantwortung von sich zu schieben, denn damit gibt man auch seine eigene Macht ab. Was also wie ein Vorteil aussieht, ist im Ergebnis doch ein großer Nachteil. Wenn uns das einmal bewusst geworden ist, dann werden wir nicht mir mit dem Finger auf andere zeigen und ihnen die „Schuld“ an unserem Leben zuschieben. Also, bis du ein Opfer oder bist du der Schöpfer deines Lebens? Die Entscheidung liegt ganz bei Dir alleine!

 

Euer O. M.

 

Photo: 123rf.com – Royalty Free Stock Photos

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