31760214-difficult-resolution-of-a-maze-by-a-troubled-businessmanEiner Sache müssen wir uns im Leben immer stellen: Probleme und Schwierigkeiten. Die Vorstellung, dass das „perfekte“ Leben darin bestünde, ohne irgendwelche Probleme zu sein, ist zwar sehr verführerisch, doch in diesem Universum unmöglich machbar. Und zwar gilt das nicht nur für „gewöhnliche Leute“, sondern ebenso für jene, die es „geschafft“ haben, was in unserer Gesellschaft in der Regel heißt, reich, mächtig und berühmt geworden zu sein.

Sicherlich, unsere Probleme bleiben nicht immer dieselben, sie ändern sich mit den Umständen des Leben und unserer Entwicklung, nichtsdestotrotz bleibt die Tatsache der Schwierigkeiten bestehen. Als Kind und Jugendlicher hat man Probleme, die man als Erwachsener meist gelöst hat, doch dann stellen sich neue ein, von denen die Jungen noch gar nichts wussten. Arme Leute, ebenso wie kranke Menschen haben Probleme, aber reiche und gesunde Menschen haben es ebenso nicht leicht. Die Angst Geld zu verlieren ist genauso groß oder noch größer als jene nicht genug zum Leben zu haben. Die Angst vor Krankheit kann weitaus größer sein, als nie mehr gesund zu werden und so weiter.

Ziele im Leben zu haben ist an sich eine gute Sache, doch oft bringt ihre Erreichung Probleme mit sich, an die man vorher nicht gedacht hat. Teilweise können diese derart gravierend sein, dass man, hätte man sie bereits im Vorhinein gekannt, das entsprechende Ziel überhaupt nicht angestrebt hätte. Man mag zwar mit jedem Erfolg eine Stufe höher klettern, doch neue Schwierigkeiten werden sich auf jeder dieser Stufen einstellen, das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.

Wie schwer ein Problem wiegt, ist eine Sache der Bewertung und diese hängt wiederum von unserer eigenen Geisteshaltung ab. Was für den einen eine Katastrophe darstellt, ist für den anderen kaum der Rede wert und vice versa. Vorsicht ist hier allerdings geboten, denn unter Geisteshaltung darf man nicht die Abwehrmechanismen im psychologischen Sinne verstehen, die ja alle darauf hinauslaufen sich der gegenwärtigen Realität nicht ganz zu stellen. Zudem sind diese meist ein Schwindel. Wenn man Schmerz empfindet ist es Unsinn so zu tun, als ob dem nicht so wäre. Dieses „Drehen“ an der psychischen Schraube funktioniert nicht wirklich, nur scheinbar. Um was es im Kern geht, ist die Veränderung der Aufmerksamkeit, weg von den Dingen, die einen blockieren, zu jenen, die einem eine Lösung, eine Perspektive bieten.

Die Vorstellung, dass das Leben nur dann gut sein könne, wenn es keine Probleme gäbe, ist eine der großen Ursachen für das Unglück im Leben, das so viele Menschen quält. Wer sich zum Ziel setzt eines Tages keine Schwierigkeiten mehr zu haben, wird zwangsläufig unglücklich und frustriert werden. Wir müssen es lernen Probleme als ein normaler Teil des Lebens aufzufassen und nicht als einen „Fehler“, der beseitigt gehören würde. Man kann sehr wohl glücklich und zufrieden sein, trotz all der Schwierigkeiten, die sich einem im Leben stellen.

Wenn wir akzeptieren, dass das Leben nicht leicht ist und dass Probleme uns immer begleiten werden, brauchen wir keine Energie mehr für den Kampf gegen die Realität zu verschwenden und können uns ganz dem widmen, was in unserer Macht steht. Einem Problem leistet man am besten keinen Widerstand, sondern geht ähnlich vor wie es bei den meisten asiatischen Kampfsportarten der Fall ist. Man leistet einer Sache keinen direkten Widerstand, wehrt einen Schlag nicht direkt mit einem Gegenschlag ab, sondern lenkt lediglich die Energie von einem selbst ab und steuert sie in die gewünschte Richtung. Im Wesentlichen geht es darum die Stärke eines Gegners gegen diesen selbst zu richten.

Wenn Probleme als untrennbar mit dem Leben verbunden anerkannt werden, dann ist die Tatsache ihrer Existenz an sich keine große Sache mehr.

 

Euer O. M.

Photo: 123rf.com – Royalty Free Stock Photos

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